Die Josef Krainer Preisträgerinnen und Preisträger mit Gedenkwerk-Gf. Klaus Poier, Obmann Gerald Schöpfer und LH Hermann Schützenhöfer
Foto: steiermark.at/Fischer

 

Großer Josef Krainer-Preis 2019

Pia HIERZEGGER (Film und Theater)
Präsident a.D. Dr.h.c. Franz KÜBERL (Sozialaktivität)

Josef Krainer-Würdigungspreis 2019

Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Markus KOCH (Experimentalphysik)
Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Katharina RESCH-FAUSTER (Werkstoffkunde)

Josef Krainer-Förderungspreis 2019

Thomas GLASER, M.A., PhD (Musikwissenschaften)
Dr. Nicole GOLOB-SCHWARZL, MSc (Medizinische Wissenschaften)
Dr. Jinming GUO (Materialphysik)
Dr. Frithjof NUNGESSER (Sozialwissenschaften)
Mag. Dr. Matthias PENDL (Rechtswissenschaften)
Dipl.-Ing. Dr. Judith RADEBNER (Technische Chemie)
Dipl.-Ing. Dr. Christian SCHITTER (Wirtschaftswissenschaften)
Ass.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Vanja SUBOTIC (Wärmetechnik)

Ansprache des Obmannes
Präsident Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer
(18. März 2019) (Hier nachlesen)

 

Presse-Reaktionen

Großer Josef Krainer-Preis 2019

Pia Hierzegger (Film und Theater)
ÖSTERREICH, WIR MÜSSEN REDEN -  ein politischer Spieleabend mit Pia HIERZEGGER im Theater im Bahnhof Graz.  Dieser Titel ist im Moment wohl sehr aktuell. So wie die heute mit dem Großen Josef Krainer Preis geehrte Künstlerin PIA HIERZEGGER.
Geboren 1972 in Graz - war ihr Kindheitstraum einmal Schauspielerin zu werden– dennoch begann sie nach der Matura 1990 an der Karl-Franzens-Universität Graz zu studieren ging zwischendurch mit einem Auslandsstipendium ans Trinity College, Samuel Beckett Center in Dublin und schloss 2006 mit einem Bakk.phil in Germanisik ab.  1993 vertrat Pia HIERZEGGER eine Kollegin am Theater im Bahnhof bei einem Kinderstück und blieb bei der Schauspielerei Als Theatermacherin, Schauspielerin, Improspielerin, Moderatorin, Interviewerin.  Sie ist Mitglied der AutorInnengruppe "eigenbau" und schreibt Stücke für das TiB oft in Kooperation mit dem Schauspielhaus Graz u.a. LKH Graz, Texte für "Beste Besetzung" "team EIGENBAU, „Burgtheater" v. Elfriede Jelinek
Als Autorin: zahlreicher Theaterstücke wie-Vernetzt denken (Siegerstück beim Augsburgerstückewettbewerb) (Uraufführung: Theater Augsburg 2006), -Sound of Seiersberg  (Uraufführung: Schauspielhaus Graz 2007, Erstaufführung in Deutschland: Landestheater Tübingen 2010)-Es brennt Reis (Hörspielbearbeitung und Ausstrahlung 2015 unter dem Titel Drei Schwestern auf Urlaub, für Ö1 )-Schweinehunde   ,-Das ewige Leben. (Dramatisierung des Romans von Wolf Haas. Uraufführung 2009. Schauspielhaus Graz)-Die Kaufleute von Graz. (Uraufführung 2011 Probebühne Schauspielhaus Graz)-Graz. Alexanderplatz (Theater im Bahnhof 2012-Die Fleischhauer von Wien. (Uraufführung 2016, Theater im Bahnhof/ Volkstheater in den Bezirken)-Reiten (Uraufführung 2016 Schauspielhaus Graz Haus 3)-oder Polizei Graz. Eine all-incusive Veranstaltung  (2018 Schauspielhaus Graz/Theater im Bahnhof Haus 2)in dem sie sich mit viel Humor aber auch Ernsthaftigkeit mit dem Alltag der Exekutivbeamten auseinandersetzt. Regie führte sie u.a. bei "Magic Afternoon" u. "Foyer" v. Wolfgang Bauer. Und auch in der glamourösen Welt des Film und Fernsehens ist Pia HIERZEGGER zu Hause. Sie schrieb Drehbücher für Her mit dem schönen Leben (mit Johanna Moder) mit dem Thomas Pluch Förderpreis der Diagonale 2006 ausgezeichnet, Letztes Match (MitarbeitORF  2008) oder Die Notlüge (2016) eine TV-Komödie über Patchworkfamilien und Lügen in der sie auch eine Rolle übernahm. Bildschirmpräsenz zeigte sie in beliebten Fernsehserien wie Schnell ermittelt oder Vier Frauen und ein Todesfall.
Auch auf der Kinoleinwand zeigt sie ihre Vielfältigkeit. Aus der großen Anzahl können nur einige genannt werden: ZB in der Komödie „Nacktschnecken“. die mit schrägem Situationswitz und den gut aufgelegten Hauptdarstellern überzeugte. Unter anderem auch TiB-Kollege Michael Ostrowski, der auch das Drehbuch schrieb.  Oder in „Der Knochenmann“. Ein österreichischer Kriminalfilm aus dem Jahre 2009 an der Seite von Josef Hader. 2015 übernahm sie nach Nacktschnecken (2004) und Contact High (2009) auch im dritte Teil der Trilogie Sex, Drugs & Rock’n’Roll im Film  „Hotel Rock`n`Roll“ die Rolle der Mao. Oder an der Seite wieder an der Seite ihres Partners Josef Hader in „Wilde Maus“. Die Premiere ihres aktuellen Films „Der Boden unter den Füßen“ erfolgte im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin am 9. Februar 2019.
Die begeisterte Radfahrerin gibt als Hobbies Laufen, Essen, Fußball schauen und Reisen an. Sie spielt Klavier und ein wenig Gitarre. Spricht Englisch und Schulfranzösisch und Kärntnerisch. Genauso vielfältig wie ihre Interessen ist auch ihr künstlerisches Spectrum und dafür möchten wir Schauspielerin Pia HIRZEGGER mit dem Großen Josef Krainer-Preis 2019 bedenken.

Dr. h. c. Franz Küberl (Sozialaktivität)
Franz Küberl wurde 1953 in Graz geboren. Aufgewachsen im Souterrain in der Grazer Schubertstraße, als Hausmeisterbub In Graz besuchte er nach dem Pflichtschulabschluss die Handelsschule und wird der letzte Standesbuchschreiber im Landeskrankenhaus. Sein Job: Eintragen und Austragen aller Leute, die ins Spital rein- und wieder rausgehen. "Nach mir kam dann die EDV.": erzählte Dr. Küberl in einem Interview 2013 in der Presse Dann begann er als Diözesansekretär der Katholischen Arbeiterjugend der Steiermark. 1976 ging er nach Wien und wurde dort Bundessekretär der Katholischen Jugend Österreichs. In dieser Funktion war er von 1978-82 Obmann des Österreichischen Bundesjugendringes.1982 kam er als Referent im Katholischen Bildungswerk zurück nach Graz und wirkte von 1986-1993 als Generalsekretär der Katholischen Aktion Steiermark. 1994 wurde Franz Küberl von Bischof Johann Weber zum Direktor der Caritas der Diözese Graz-Seckau bestellt und leitete die Organisation bis 2016. Gleichzeitig war er als erster Laie von 1995 bis 2013 Präsident der Caritas Österreich. Unbeugsam Barmherzigkeit und Nächstenliebe vertreten und dies auch formulieren zu können ist sein Markenzeichen: Für sich selbst hat Dr. Küberl nie Ruhm in Anspruch genommen, stets verwies er auf die ehrenamtlichen und angestellten Mitarbeiter der Caritas, egal ob im In- oder Ausland: "Ohne unsere Mitarbeiter könnten wir die vielen Angebote gar nicht tätigen. Zusätzlich war Dr. Franz Küberl Mitglied des ORF-Publikumsrates und ab 1998 saß er 20 Jahre lang, als Vertreter der Kirche, im ORF Stiftungsrat.
Franz Küberl lebt in Graz, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er wurde unter anderem mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Steiermark und mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. 2005 verlieh ihm die Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz die Ehrendoktorwürde. Er ist Stv. Aufsichtsratsvorsitzender der Spitals GmbH des Grazer Ordens der Elisabethinen und Obmann des Vereines der Freunde der Basilika Mariatrost.
2010 im „EU-Jahr gegen Armut“ veröffentlicht er (gemeinsam mit Barbara Tot) das Buch „Mein armes Österreich“ Dr. KÜBERL kennt die Lücken des österreichischen Sozialsystems wie kein anderer und erklärt in seinem Buch wie wir Österreich zum Besseren verändern können. Es braucht neue Chancen für die Ärmeren, Zugänge im Bildungssystem, bei der Zuwanderung, bei der Integration von Fremden, in unserem Umgang mit Ressourcen und in unserer Haltung zur Gesellschaft. Ein Manifest einer moralischen Instanz.  Und 2009 wurde Franz KÜBERL vom österreichischen Wirtschaftsmagazin zum Mann des Jahres gewählt. Seine jüngste Buchveröffentlichung „Sprachen des Helfens“, erschienen im Oktober 2017 im Styria Verlag, ist eine Reflexion über die Formen und Funktionsweisen von Hilfe, vor allem aber ein engagiertes, differenziertes und kritisches Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit im Großen wie im Kleinen.Aktuell ist er in der Caritas tätig, v.a. für den „Glaub an Dich Fonds“, der Menschen in schwierigen Situationen dabei unterstützt, ihre eigenen Talente zu nutzen, um beruflich wieder Fuß zu fassen.  Diesen unermüdlichen Einsatz für die soziale Gerechtigkeit möchten wir mit dem Großen Josef Krainer-Preis 2019 ehren.

 

Josef Krainer-Würdigungspreis 2019

Assoz. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Markus KOCH (Experimentalphysik)
Herr Prof. Dr. Markus Koch wurde 1978 in Graz geboren. Der passioniert Skitourengeher bzw Schneeschuhwanderer ist verheiratet und Jungvater von 2 Kindern. Ein weiteres Hobby ist das Segeln – natürlich in familienfreundlicher Variante.
Nach der HTL für Elektrotechnik in Graz begann er 1999 das Studium der Technischen Physik an der TU Graz und am Trinity College Dublin und anschließend das Doktoratsstudium der Physik, welches er 2009 mit Auszeichnung abschloss.  2017 folgte die Habilitation in Experimentalphysik mit der Habilitationsschrift Ultrafast Processes in Molecules and Helium Nanodroplets Investigated with Time- and Frequency-Resolved Laser Spectroscopy
Spektroskopische Untersuchungsmethoden zählen zu den erfolgreichsten Experimentiertechniken der modernen Wissenschaft und haben, seit den ersten Demonstrationen im 17. Jahrhundert, mit beispiellosem Erfolg zum Wissen über Struktur und Funktion der kleinsten Bausteine unserer Welt beigetragen. Die grundsätzliche Untersuchungsmethode blieb dabei über die Jahrhunderte nahezu unverändert: Elektromagnetische Strahlung verschiedenster Wellenlängen- bzw. Spektralbereiche tritt in Wechselwirkung mit dem zu untersuchenden System und gibt dabei Aufschluss über Eigenschaften wie z.B. seine (oftmals diskreten) Energiezustände.
Bedingt durch die geringe Masse einzelner Atome, laufen dynamische Prozesse in diesen molekularen Systemen, wie zum Beispiel Schwingungen oder das Entstehen bzw. Aufbrechen von chemischen Bindungen, in nahezu unvorstellbar kurzen Zeitspannen ab, die im Bereich von Femtosekunden (10-15 Sekunden) und Pikosekunden (10-12 Sekunden) liegen. Zur Veranschaulichung kann man sich vorstellen, dass das Verhältnis von einer Femtosekunde zu einer Sekunde fast dem Verhältnis von einer Sekunde zum Alter des Universums gleicht. Die Untersuchung solcher ultrakurzen Prozesse in Echtzeit wird ermöglicht durch eine Kombination von modernster Lasertechnologie, die es erlaubt wenige Femtosekunden dauernde Lichtblitze zu erzeugen, mit der Entwicklung entsprechender Spektroskopiemethoden. Seit der Ehrung dieses neuen Forschungsgebietes mit dem Nobelpreis für Chemie 1999, wurde eine Vielzahl von Techniken perfektioniert, um eine breite Palette kleinster molekularer Systeme zeitaufgelöst zu untersuchen.
Der Preisträger hat mit diesem topaktuellen Forschungsgebiet im Zuge eines Forschungsaufenthalts an der Stanford University, finanziert durch ein FWF Schrödinger Stipendium, begonnen und nach seiner Rückkehr an der TU Graz ein Labor für Femtosekunden-Spektroskopie aufgebaut. Um das Fachgebiet entsprechend zu fördern, entwickelt er mit seiner Forschungsgruppe eine neuartige Präparationsmethode, die es ermöglichen soll, ultraschnelle Prozesse in momentan unzugänglichen Proben zu untersuchen. Dazu greift er auf die Technik der sogenannten Helium-Nanotröpfchen zurück, an denen er zuvor geforscht hat. In einem kürzlich erzielten Durchbruch, der in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications publiziert wurde, demonstriert die Gruppe erstmals, dass ultraschnelle Prozesse im Inneren von Heliumtröpfchen bei Temperaturen von 0.4 K beobachtet werden können. Dieser Erfolg kann als Höhepunkt einer Reihe von Publikationen gesehen werden, die in der ausgezeichneten Habilitationsschrift vorgelegt wurden.
Im Zentrum aktueller und zukünftiger Forschungsaktivitäten stehen Prozesse, die gleichzeitig von fundamentalem Interesse und gesellschaftlicher Relevanz sind. Untersuchungsergebnisse der letzten Jahrzehnte haben verdeutlicht, dass ultraschnelle Prozesse in überraschend vielen molekularen Systemen durch Photoanregung ausgelöst werden und somit in technologisch und biologisch relevanten Vorgängen essentiell sind, die in Zusammenhang mit Sonnenlicht stehen. Ein Beispiel ist die Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische oder chemische Energie mittels Photovoltaik bzw. Photolyse, um eine Abwendung von fossilen Brennstoffen und der damit verbundenen globalen Erwärmung zu erreichen. Die elementaren Prozesse photoinduzierten chemischen Dissoziation in der Photolyse benötigen Experimente mit Femtosekunden-Zeitauflösung um vollständig verstanden und im Hinblick auf industrielle Anwendungen optimiert zu werden. Die Methodik der Helium-Nanotröpfchen soll für dieses wichtige Forschungsziel als komplementäre Untersuchungsmethode neue Erkenntnisse liefern.

Assoz.-Prof.  Dipl.-Ing. Dr. Katharina RESCH-FAUSTER (Werkstoffkunde)
Die von Frau Prof. Dr. RESCH-FAUSTER initiierte, aufgebaute und geleitete Forschungsgruppe „SMART - Sustainable Materials and Recycling Technology“ am Lehrstuhl für Werkstoffkunde und Prüfung der Kunststoffe an der Montanuniversität Leoben befasst sich mit der Entwicklung innovativer polymerer Werkstoffe zur Energieerzeugung, -einsparung und -speicherung, der Steigerung der Ressourceneffizienz von polymeren Werkstoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe (Biokunststoffe) sowie dem Recycling von Kunst- und Verbundwerkstoffen. Mit dieser Forschung soll die Energie- und Gebäudetechnologie der Zukunft durch werkstoffliche Innovationen verbessert und mitgestaltet sowie Produktinnovationen aus Kunststoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe initiieren werden. Das übergeordnete Ziel in diesen Arbeiten ist es einen signifikanten Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung der Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu leisten.
Konkret wird derzeit intensiv an mehreren Themen geforscht wie
Cool Glazings: Entwicklung von polymeren Verglasungen, die  bei Übersteigen einer Temperaturschwelle selbsttätig und reversibel ihre Strahlungs- und Lichtdurchlässigkeit ändern und welche als Fensterverglasung zu einer Erhöhung des Nutzerkomforts durch Vermeidung von Blendung und Überhitzung der Gebäuderäumlichkeiten führt bzw. in der Solartechnik die Etablierung leistungsstarker, aber gleichzeitig kostengünstiger Kunststoffkollektoren bzw. von Kunststoffkomponenten für konventionelle Kollektoren ermöglicht Thermisch selbstregulierende Solarfassaden, Wärmespeicher der Zukunft das ist die Entwicklung kostengünstiger und wärmeleitfähiger polymerer Werkstoffe als Phasenwechselmaterialien für die effiziente Wärmespeicherung; Nachhaltige Composites für den Leichtbau: Entwicklung, Herstellung und Verarbeitung von leistungsstarken und ökologischen, biobasierten Matrixmaterialien für polymere Naturfaserverbundwerkstoffe; Leather-Detox: Entwicklung biegsamer bzw. flexibler Composites auf Basis nachwachsender Rohstoffe welche in Herstellung, Verarbeitung und Gebrauch biokompatibel sind; derartige Werkstoffe werden sich als technisches Funktionstextil bzw. als Substitut für natürliches und synthetisches Leder eignen, weisen gegenüber diesen Materialien jedoch zahlreiche technologische und vor allem toxikologische Vorteile auf; eine Proof-of-concept Demonstration wird im Bereich der Medizintechnik erfolgen Biopolymere für die Solartechnik  und Recycling von Kunststoffen der Zukunft: Untersuchung und Optimierung der stofflichen Rezyklierbarkeit von Kunststoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe
Derzeit ist Frau Prof. RESCH-FAUSTER als Assistenzprofessorin am Lehrstuhl für Werkstoffkunde und Prüfung der Kunststoffe der Montanuniversität Leoben beschäftigt. Nach dem Studium der Kunststofftechnik habilitiert sie 2018 für das Fach “Physik der polymeren Werkstoffe” mit dem Schwerpunkt “Polymere Werkstoffe zur Steigerung der Ressourceneffizienz.
Die begeisterte Fotografin, sie schloss 2012 ein Studium an der Akademie für angewandte Fotografie ab, wurde 1981 in Bruck/Mur geboren. Mit ihrem Mann wird derzeit an einem „sehr nachhaltigen“ Haus gebaut und die Freizeit verbringt Frau Prof. RESCH-FAUSTER gerne beim Golfspielen und auf Reisen, um fremde Länder und Kulturen zu entdecken.

 

Josef Krainer-Förderungspreis 2019

Thomas GLASER, M.A., PhD (Musikwissenschaften)
Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist. (Victor Hugo). Aber, dass man über Musik schreiben kann beweist Herr Thomas GLASER, der sich an der Kunstuniversität Graz im Rahmen eines FWF-Projektes derzeit mit der aufführungsbezogenen Analyse musikalischer Großform beschäftigt.
Er wurde 1981 in Saarlouis geboren wo er auch das Gymnasium absolvierte. Nebenbei begann er schon ein Privatstudium für Bassgitarre und Kontrabass. Nach seinem Studium der Musikwissenschaften der Neueren Geschichte und der Allgemeinen Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität des Saarlandes führte ihn sein Weg 2011 von Deutschland nach Österreich wo er an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien den strukturierten Doktoratsstudiengang Musikwissenschaft begann. Ein DOC-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ermöglichte ihm Forschungsaufenthalte in Basel und Bologna und ein konzentriertes und unabhängiges Arbeiten an der hier ausgezeichneten Dissertation mit dem Titel Der Interpret als Double. René Leibowitz im Kontext der Aufführungslehre der Wiener Schule, die sich momentan in Vorbereitung für den Druck befindet und in der Reihe Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft im Franz Steiner Verlag in Stuttgart erscheinen wird. Die Arbeit nahm ihren Ausgangspunkt von der Beobachtung, dass Leibowitz’ Schriften über musikalische Interpretation und zur Aufführungspraxis in großen Teilen einer ausführlichen Untersuchung harrten. Selbiges galt für die unter der Leitung des Dirigenten entstandenen Tonaufnahmen; darunter prominent vertreten Einspielungen sinfonischer Werke des klassischen und romantischen Repertoires. Und wie für die Wiener Schule um Arnold Schönberg, deren Musik Leibowitz nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankreich maßgeblich förderte, besaß gerade Beethovens OEuvre als Paradigma in Fragen musikalischer Komposition, Interpretation und Aufführung Geltung auch für Leibowitz. Aufführungspraktische Details seiner Beethoven-Deutungen und seine Versuche um ‚werkgerechte Interpretationen‘ konnten aus Leibowitz’ Austausch mit Mitgliedern der Wiener Schule, den teilweise aus der Zusammenarbeit mit diesem Personenkreis hervorgegangenen Musikproduktionen sowie den zu diesem Zweck verwendeten annotierten Partituren und Stimmensätzen erschlossen werden. In den Fokus rückten dabei Leibowitz’ Einspielungen der 1960er Jahre: die neun Sinfonien und das Violinkonzert von Beethoven, das er mit dem Geiger Rudolf Kolisch, Schönbergs Schwager, aufzeichnete. Methodisch verfolgte die Arbeit einen Ansatz, der theoretisch-hermeneutische Analysen der Notentexte mit computergestützten Untersuchungen der darauf basierenden Tonaufnahmen als praktizierter Interpretation koppelte. Ziel war es auch, Alternativen zu der traditionellen Textzentrierung musikwissenschaftlicher Ansätze durch das Einbeziehen quantitativempirischer Verfahren aufzuzeigen.
Nicht nur das Arbeitsumfeld an der KUG, auch Graz und Umgebung hat Thomas Glaser sehr zu schätzen gelernt und versucht, wenn es die Zeit erlaubt, weitere spannende Orte und Menschen in der Steiermark kennenzulernen. Dies erfolgt durch seine Leidenschaft für das Wandern, das neben dem Sammeln von Vinylplatten zu seinen privaten Interessen zählt.

Dr. Nicole GOLOB-SCHWARZL, BSc, MSc (Medizinische Wissenschaften)
Die nächate Dissertation mit dem Titel „New liver cancer and colorectal cancer biomarkers: PI3K/AKT/mTOR pathway members and eukaryotic translation initiation factors“ befasste sich mit dem hepatozelluläre Karzinom (HCC) und kolorektale Karzinom (CRC) welche zu den häufigsten Tumorerkrankungen weltweit zählen. Die Proteinderegulierung spielt bei der Entwicklung von Tumoren eine wesentliche Rolle. Der erste Schritt in diesem Entstehungsprozess wird durch die eukaryotischen Initiationsfaktoren (eIFs) geregelt und wird als limitierender Schritt in der Proteinsynthese angesehen. eIFs bilden die Hauptbestandteile in der Tumortherapie und stehen in funktioneller Verbindung mit dem PI3K/AKT/mTOR Signalweg. Der Fokus der Arbeit lag auf eIFs und deren potentielle Rolle als Biomarker in HCC und CRC. eIF5 wurde sowohl als prädiktiver und prognostischer Biomarker in Virus und nicht Virus assoziierten HCC identifiziert. eIF1, eIF5 und eIF6 zeigten eine signifikante Überexprimierung in niedrigen und hochgradigen kolorektalen Tumoren. Aufgrund der Forschungsergebnisse, konnten neue Biomarker im Bereich der Karzinogenese im Leberkrebs und Kolorektal Krebs identifiziert werden. Diese Erkenntnisse können für die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze in der Krebstherapie in der Zukunft äußerst hilfreich sein.
Die Verfasserin Frau Dr. Nicole GOLOB-SCHWARZL wurde 1983 in Wagna geboren und wuchs in Lebring-St. Margarethen auf. Nach einer Lehre zur Chemielaborantin und der Berufsreifeprüfung begann sie 2007  mit dem Bachelorstudium „Biochemische Analytik“an der FH Joanneum in Graz. Anschließend folgte das Masterstudium an der Technischen Universität Graz für „Biochemie und Molekulare Biomedizin“ ab und 2013 begann an der Medizinischen Universität Graz am Institut für Pathologie das Doktoratsstudium im Bereich der Krebsforschung. Nach Auslandsaufenthalten an der Erasmus Hogeschool in Brüssel und am National Institut of Health in Washington, folgte 2017 ein PostDoc am Institut für Pathologie an der Medizinischen Universität Graz, wo sie sich mit der Proteindregulierung bei der Entstehung von Tumoren beschäftigte. Als Teil dieser Arbeitsgruppe konnte sie wesentlich dazu beitragen, die Erkenntnisse der Forschung in anerkannten Journalen zu publizieren und auf internationalen Kongressen vorzustellen. Zudem erhielt Frau Dr. GOLOB-SCHWARZL diverse Auszeichnungen und Förderungen auf diesem Gebiet und konnte zwei Patente anmelden.
Gemeinsam mit ihrem Mann Stephan und den beiden Katzen lebt sie in Graz. Und verbringt ihre Freizeit mit sportlich Aktivitäten und der großen Leidenschaft am Reisen.
Seit Dezember 2018 ist Frau Dr. GOLOB-SCHWARZL  als Universitätsassistentin an der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie an der Medizinischen Universität Graz tätig und beschäftige sich dort mit der Bioimmuntherapie die bei chronischen Entzündungen oder Krebserkrankungen angewandt wird, aber auch bei Hauterkrankungen wie Psoriasis. 

Dr. Jinming Guo (Materialphysik)
Der nächste Preisträger Dr. Jinming GUO wurde 1986 in Yichang, eine Großstadt an den Uferen des Jangtsekiang  in der chinesischen Provinz Hubei geboren. 2009 erhielt er seinen Bachelor-Abschluss an der Hubei University in China mit dem Schwerpunkt Materialphysik. Danach setzte er sein Masterstudium an der Hubei University fort und konzentrierte sich auf die Erforschung piezoelektrischer und ferroelektrischer Keramiken und dünner Schichten. Nach seinem Master-Abschluss im Jahr 2012 begann er bei der Firma TDK-EPCOS in China als Produktentwicklungsingenieur zu arbeiten. Im November 2014 übersiedelte Dr. GUO nach Österreich an die Ufer der Mur. In Leoben arbeitete er am Erich Schmid Institut für Materialwissenschaft der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er promovierte im März 2018 mit dem Schwerpunkt Werkstoffphysik an der Montanuniversität Leoben. Während der Doktorarbeit von Dr. Guo nutzte er die fortgeschrittene Transmissionselektronenmikroskopie hauptsächlich als Werkzeug zur Untersuchung der Mikrostrukturen und ihrer Beziehung zu Eigenschaften auf atomarer Ebene in metallischen Legierungen. Die hier ausgezeichnete Dissertation ist der Grundlagenforschung zuzuordnen und Herr Dr. GUO hat sich mit der sehr interessanten Aufgabenstellung befasst, nämlich mit Hilfe hochauflösender Methoden nicht mischbare Metallsysteme zu untersuchen, damit die fundamentalen Zusammenhänge zwischen Umformgrad und Werkstoffverhalten verstanden werden. Nun forscht er als Postdoktorand am Erich-Schmid-Institut für Werkstoffkunde zu metallischen Legierungen. Dr. Guo hat 14 Artikel in internationalen Zeitschriften veröffentlicht, darunter Nature Communications, Acta Materialia, Scripta Materialia und das Journal der American Ceramic Society.
Im März zog auch seine Frau, Frau Lingjie Zhang nach Österreich. Ein Jahr später wurde ihre geliebte Tochter Anja Guo im März 2016 in Leoben geboren und die Neosteirerin  besucht jetzt schon die Kinderkrippe. Neben der täglichen Forschungsarbeit verbringt Dr. GOU seine Zeit auch gerne mit Badminton, Ping-Pong und Laufen.

Dr. Frithjof NUNGESSER (Sozialwissenschaften)
Dr: Frithjof Nungesser, geboren 1980 in Darmstadt, studierte Wissenschaftliche Politik, Soziologie und Philosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau und an der University of Toronto. In den Jahren 2008 und 2009 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts »Die elementaren Diskurse der Gabe. Marcel Mauss’ paradigmatische Wirkung auf die gegenwärtigen Sozial- und Kulturtheorien« unter Leitung von Prof. Stephan Moebius. Seit dem Jahr 2010 ist er Universitätsassistent am Institut für Soziologie der Karl-Franzens-Universität Graz. Im April 2017 wurde Nungesser an der Karl-Franzens-Universität Graz und am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt promoviert. Der Titel seiner Dissertation lautet: »Die intrinsische Sozialität des Handelns. Zur Kontextualisierung, Rekonstruktion und Aktualisierung der pragmatistischen Handlungs- und Sozialtheorie«. Die von Prof. Stephan Moebius (Graz) und Prof. Hans Joas (Berlin/Chicago) betreute Arbeit erhielt kürzlich den Max-Weber-Preis für Nachwuchsforschung und wird heute vom Josef Krainer-Förderungspreis ausgezeichnet.
Im Zentrum der Dissertation steht die pragmatistische Handlungs- und Sozialtheorie, wie sie sich insbesondere im Werk von John Dewey (1859–1952) und George Herbert Mead (1863–1931) findet. Sozialwissenschaftlich ist diese Theorie interessant, da sie die Handlungsfähigkeit des Menschen als intrinsisch sozial versteht. Gemeint ist damit nicht nur, dass menschliche Individuen von sozialem Kontakt abhängig sind oder auf sozial vermitteltes kulturelles Wissen zurückgreifen. Behauptet wird darüber hinaus, dass das menschliche Handeln und Denken selbst eine soziale Struktur aufweisen. Deutlich wird dies an Meads Idee der „Perspektivenübernahme“, die besagt, dass Menschen nur deswegen selbstbewusst und reflektiert handeln können, da sie sich selbst aus der Sicht anderer Personen, Gruppen oder Institutionen betrachten können. In den drei Hauptteilen der Arbeit wird diese Theorie a) anhand ihres wissenschafts- und kulturgeschichtlichen Hintergrunds verständlich gemacht (Kontextualisierung), b) in ihren inneren Zusammenhängen und Widersprüchen analysiert (Rekonstruktion) und c) mit heutigen empirischen Erkenntnissen aus der Evolutionstheorie, Verhaltensforschung, Entwicklungspsychologie und Linguistik konfrontiert (Aktualisierung). Dabei zeigt sich, dass die pragmatistischen Argumente nach wie vor erstaunlich innovativ sind, aber in wichtigen Punkten überarbeitet werden müssen. Aktuelle Studien zur Sozialkognition von Tieren zeigen beispielsweise, dass der Entstehung der Fähigkeit zur Perspektivenübernahme zwar tatsächlich zentrale Bedeutung für die Entwicklung der menschlichen Handlungs- und Denkfähigkeit zukam, diese Fähigkeit aber nicht erst mit dem Menschen auftrat, sondern bei ihm lediglich in spezifischer Weise komplexer wurde.
Parallel zur Arbeit an der Dissertation hat Nungesser in den letzten Jahren zu verschiedenen soziologischen Themen geforscht und publiziert – beispielsweise zur Religionssoziologie Marcel Mauss’ oder zur Herrschaftssoziologie Pierre Bourdieus. Zudem war er an der Herausgabe einer Reihe von Editionen, Sammelbänden und Handbüchern beteiligt. Seine aktuellen Arbeiten bewegen sich verstärkt in den Bereichen der Wissens-, Herrschafts- und Gewaltsoziologie. Hier widmet er sich etwa Fragen des Mensch-Tier-Verhältnisses oder analysiert die Vielfalt menschlicher Verletzbarkeit, wie sie sich zum Beispiel im Zusammenhang mit Folterungen zeigt.
Die (etwas spärliche) Freizeit verbringt Nungesser am liebsten mit Familie und Freunden oder er liest nicht-soziologische Bücher, schmökert in der Zeitung, trinkt guten Espresso und hofft auf die Meisterschaft von Borussia Dortmund.  

Mag. Dr. Matthias PENDL (Rechtswissenschaften)
Der nächste Preisträger Dr. Matthias PENDL verfasste eine Dissertation mit dem Titel:  Verjährung von Schadenersatzansprüchen gegen Organmitglieder und Abschlussprüfer. Kurzum die Verjährung der Vorstandshaftung (z.B. Fall Kulterer, Fall Elsner, Pleite der Riegerbank). Im Jahr 1884 erfand der deutsche Gesetzgeber eine besondere Verjährungsfrist für die Verjährung von Ansprüchen aus der Vorstandshaftung. Die Regelung war jedoch unvollständig, weil er den Fristbeginn und damit auch das Ende der Verjährungsfrist nicht bestimmte. Über die Transplantation deutschen Rechts Anfang des 20. Jhd. und während der Okkupation Österreichs gelangte die Sonderverjährungsnorm auch nach Österreich. Hier verformten Rechtsprechung und Lehre den Sinngehalt der Norm und kommen heute bei identer Rechtslage südlich und nördlich der Alpen zu diametral entgegengesetzten Ergebnissen.  Es erfolgte eine Analyse des Themas aus historischer, rechtsvergleichender und dogmatischer Sicht und die Verarbeitung von 562 literarischen Werken. Durch die Rechtsvergleich mit sechs anderen europäischen Rechtsordnungen und die Aufbereitung von 140 Jahren Aktienrechtsgeschichte kam es zum Ergebnis, dass als Fristbeginn der Eintritt des Schadens identifiziert wird ; auf die Kenntnis der geschädigten Gesellschaft kommt es im Grundsatz nicht an. In Ausnahmekonstellationen wie vorsätzlicher Verschleierungen oder Interessenkonflikten greift jedoch eine Verjährungshemmung ein. Außerdem formuliert die Arbeit rechtspolitische Empfehlungen, die sowohl das allgemeine als auch das gesellschaftsrechtliche Verjährungssystem zu verbessern suchen.
Herr Dr. PENDL wurde 1989 in Fürstenfeld geboren. Nach dem Gymnasium absolvierte er den Grundwehrdienst und begann das  Diplomstudium der Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz. Im anschließenden Doktoratsstudium verfasste er die heute mit dem JKFP 2019 für Rechtswissenschaften ausgezeichnete Dissertation. Während seiner Zeit an der REWI Fakultät war er 2013  Best of REWI - Uni Graz: Jahrgangsbester und 2018 Best of REWI – Verfasser einer der besten Abschlussarbeiten im Studienjahr 2017/2018. Weiters Abwehrchef und langjährige Stütze des Fußball – Fakultätsteams REWI. Gemeinsam mit seiner Verlobten Frau Dr. Elke Heinrich  (JKFP 2015) kam der Umzug nach Hamburg wo er als Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht tätig ist.
Der begeisterte Hobbykoch (mediterrane Küche) erlernt nun an der Nordsee diverse Fischgerichte (dazu gibt es aber stets südsteirischen Wein). Und wenn es die Zeit erlaubt widmet Dr. PENDL sich diversen Sportarten: insbesondere Golf und Fußball bzw  internationaler und historischer Literatur.

Dipl.-Ing. Dr. Judith RADEBNER, BSc (Technische Chemie)
Neben ihrer  Forschung trägt Frau Dr. Judith RADEBNER als gebürtige Lungauerin auch die Liebe zum Schnee in sich. So findet man sie in ihrer Freizeit beim Skifahren, Langlaufen oder Skitouren gehen, im Sommer gerne aber auch auf dem Rennrad, beim Wandern oder Tennis spielen. Sie wurde 1990 in Tamsweg geboren, und maturierte am dortigen Bundesgymnasium. Für ihr  Studium verschlug es sie nach Graz, wo sie das Bachelorstudium Chemie an der Technischen Universität begann. Nach einem einjährigen Auslandsstudium an der Universität von Helsinki schloss sie 2015 mein Masterstudium Technische Chemie ab. Im Herbst 2015 startete Frau Dr. RADEBNER mit dem Doktoratsstudium und dissertierte 2018 zum Thema Germanium und Zinn basierte Photoinitiatoren. Seit Februar 2019 ist sie bei der Tiger Coatings GmbH & Co. KG in Wels als Teamleader der Analytik tätig.
Die hier ausgezeichnete Dissertation “Germanium and Tin Based Photoinitiators” beschäftigt sich mit der Herstellung und Untersuchung von neuartigen Photoinitiatoren, die auf den Elementen Germanium oder Zinn basieren. Photoinitiatoren sind die Schlüsselverbindungen strahlungshärtender Herstellungsverfahren.
Im Alltag sind wir von vielen Dingen umgeben, die durch die Verwendung von Licht hergestellt werden. Eine sehr bekannte Anwendung ist zum Beispiel beim Zahnarzt in Kunststoffplomben. Der Photoinitiator wandelt die Strahlungsenergie der Lampe in chemische Energie um, sodass die anfänglich formbare Paste nach der Bestrahlung fest wird und über die gleichen Materialeigenschaften wie der ursprüngliche Zahn verfügt. Diese Photoinitiatoren kommen aber nicht nur beim Zahnarzt zum Einsatz, sondern auch in vielen anderen Bereichen z.B. bei der Herstellung von mikroelektronischen Geräten, bei Beschichtungen, Klebstoffen oder Tinten. Heute finden sie ihre Anwendung auch in der Medizintechnik (z.B. bei der Herstellung von künstlichem Gewebe, Herzklappen, Kontaktlinsen) aber auch bei der Herstellung von 3D-Objekten. Demzufolge ist die Nachfrage nach leistungsstarken, toxikologisch unbedenklichen Photoinitiatoren besonders groß.
Während ihrer Dissertation ist es gelungen eine neue Klasse von Photoinitiator herzustellen. Dabei handelt es sich um eine lang ersehnte Verbindungsklasse, der schon im Voraus überlegene Eigenschaften gegenüber den bereits kommerziell erhältlichen Photoinitiatoren prognostiziert wurde. Bisher fehlte aber ein erfolgreiches Herstellungsverfahren, das im Zuge dieser Arbeit entwickelt werden konnte. Durch zahlreiche Untersuchungsmethoden bestätigte sich die Prognose und es konnte gezeigt werden, dass es sich bei den hergestellten Verbindungen um einen hochwirksamen, nicht toxischen Photoinitiator handelt. Der schon bald den Weg in die Dentalanwendung finden wird. Die bahnbrechenden Ergebnisse veranlassten Frau Dr. RADEBNER das Forschungsprojekt für den renommierten Houska-Preis einzureichen. Das Forschungsprojekt überzeugte und schaffte es unter die fünf Preisträger.

Dipl.-Ing. Dr. Christian SCHITTER (Wirtschaftswissenschaften)
Herr Dipl.-Ing. Dr. SCHITTER wurde 1985 geboren und Maturierte am Bundesgymnasium Tamsweg. In Graz absolvierte er gleichzeitig Finanz- und Versicherungsmathematik an der TU und BWL an der Karl-Franzens-Universität Graz.  Erste Bezugspunkte zur Forschung konnte er in seiner Arbeit bei der österreichischen Nationalbank sammeln, woraus auch seine erste Publikation über die Dynamiken der Wettbewerbsfähigkeit von China, Russland und Südosteuropa im europäischen Wirtschaftsraum hervorging. Er hat aber auch weitere Projekte neben seinem Studium verfolgt, wie die Mitarbeit im elterlichen Tourismusbetrieb, oder auch die Mitgründung eines karitativen Buchladens, der in den letzten 9 Jahren bereits mehr als 100.000 EUR für wohltätige Zwecke aufbringen konnte.
Nach seinen Studien startete er zuerst eine Karriere als Strukturierer in einer Großbank in London. Sein Wunsch themenmäßig weiterhin so breit wie während der Universitätsstudien tätig zu sein, hat ihn bewogen, in die Managementberatung zu wechseln. Hier liegt sein Fokus nun auf (Wachstums-) Strategieberatung für das Topmanagement internationaler Versicherungen und High-Tech-Unternehmen. Dr. SCHITTERS aktueller Beruf erfordert eine Reihe von unterschiedlichen Fähigkeiten, angefangen von betriebs- und volkswirtschaftlichem Wissen, über präzise und verständliche Kommunikation, bis hin zu Coaching und Anwendung psychologischer Erkenntnisse. Die Arbeit an letzteren Themen hat ihn auch dazu bewogen, im Rahmen einer beruflichen Auszeit das Doktorat der Wirtschaftswissenschaften an der KFU (inkl. eines Forschungsaufenthaltes an der UC Berkeley) mit Fokus auf Verhaltensökonomie zu absolvieren. In der hier ausgezeichneten Dissertation „Behavioral Determinants of Reporting Honesty. Experimental Findings and Methodological  Contributions“ hat er sich mit verhaltensökonomischen Aspekten von Berichtsehrlichkeit auseinandergesetzt. In den vier Teilen seiner Dissertation vertiefte er dieses in den letzten Jahren stark wachsende Forschungsgebiet der Verhaltensökonomie. Ein konkretes Beispiel: In den letzten Jahren gibt es weltweit eine zunehmende Anzahl von Peer-to-Peer Versicherungsanbietern. Bei solchen Versicherern hat man beispielsweise eine gewöhnliche Haftpflichtpolizze, ist aber zusätzlich einer kleinen Gruppe von z.B. 10 Versicherungsnehmern zugeordnet. Bleibt die jährliche Gesamtsumme der Forderungen in diesem Kollektiv unter einem vordefinierten Level, so erhalten alle Mitglieder eine teilweise Prämienrückzahlung. Mit diesem System einhergeht, dass alle einander zumindest namentlich kennen und auch die Versicherungsmeldungen aller Mitglieder sehen können. In einem seiner Laborexperimente konnte er nun zeigen, dass in Mikrokollektiven tatsächlich weniger stark betrogen wird. Dies ist dadurch getrieben, dass Leute „ehrlich scheinen“ wollen
Herr Dr. SCHITTER ist verheiratet und Vater eines fast 2-jährigen Sohnes. Entsprechend ist seine Freizeit von Familienaktivitäten geprägt. Insbesondere hat große Freude am Kochen und Backen gefunden, aber versuche auch sich weiter Zeit für seine anderen zwei Leidenschaften zu nehmen:  Das Lesen (insbesondere Sachbücher und klassische Romane) und den Genuss von Opern, die er in seiner Studienzeit in Graz lieben gelernt habe.

Ass.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Vanja SUBOTIC (Wärmetechnik)
Frau Ass.-Prof. Dr. SUBOTIC wurde 1988 in Bosnien und Herzegowina geboren.  Mit Auszeichnung schloss sie dort 2006 das Gymnasium „Nikola Tesla“ ab. Und vielleicht war dieser Name schon bezeichnend für ihren nächsten Schritt. Frau Dr. SUBITC begann ein Studium der Elektrotechnik an der TU Graz, welches sie 2013 abschloss. In ihrem anschließenden Doktoratsstudium Maschinenbau befasste sie sich mit dem Fachgebiet Hochtemperaturbrennstoffzellen am Institut für Wärmetechnik im Rahmen dessen sie die Dissertation mit dem Titel: „Detection of carbon depositions and development of novel regeneration approaches for solid oxide fuel cells“ verfasste. Und was sind eigentlich Hochtemperaturbrennstoffzellen. Dies sind Einheiten, welche die chemisch gebundene Energie des Brennstoffs direkt in elektrische Energie umwandeln. Des Weiteren können sie im reversiblen Modus als Hochtemperaturelektrolyseure (SOEC) aus überschüssiger elektrischer Energie Brennstoffe wie beispielsweise Wasserstoff, Synthesegas oder Erdgas generieren. Diese nachhaltig produzierten Brennstoffe können anschließend zur Erzeugung von Wärme und Strom, sowie für mobile Anwendungen genutzt werden. Die hohe Brennstoffflexibilität und Effizienz bei den Umwandlungsprozessen machen sie zu einer interessanten Alternative für die Energieversorgung. Im Gegensatz zu Batterien oder Niedertemperaturbrennstoffzellen werden keine hochpreisigen oder seltenen Materialien wie Platin oder Lithium verwendet. Aufgrund dieser und weiterer nicht genannten Vorteile entwickeln sie sich zu einer zukunftsträchtigen Technologie für hocheffiziente Energieumwandlung. Wie jede Technologie hat auch diese Technologie gewisse Nachteile in ihrer Anwendung, die es zu bewältigen gilt: hohe Betriebstemperaturen von ~550-900°C und hohe Anlaufzeit, sowie eine Anzahl von unerwünschten Degradationsprozessen, welche die Langzeitstabilität und die Effizienz herabsenken. Frau SUBOTIC versucht durch ihre Forschung neue Erkenntnisse über SOFC- und SOEC-Degradationsmechanismen zu gewinnen, sowie neue bis dato nicht verfügbare Methoden zur Online-Überwachung von solchen Systemen, und effiziente Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Durch die numerisch und experimentell entwickelten und validierten Methoden soll es ermöglicht werden, alle gleichzeitig auftretenden Degradationsmechanismen zu identifizieren, vorherzusagen und rechtzeitig vor Eintritt irreversibler Degradation zu vermeiden. Somit kann die Lücke in der Wissenschaft über Degradation von SOFC- und SOEC-Systemen geschlossen werden und der „Patient“ kann unter stabilen Bedingungen betrieben werden.
Seit 2017 ist Frau Dr. Subotic Assistenzprofessorin und Leiterin der Brennstoffzellen-Forschungsgruppe und am Institut für Wärmetechnik (IWT) 2018 übernahm sie dort die stellvertretende Institutsleitung.