LH Hermann Schützenhöfer, Obmann Gerald Schöpfer sowie LH a.D. Josef Krainer mit den Preisträgerinnen und Preisträgern der Josef Krainer-Preise 2016.
Foto: steiermark.at/Fischer

 

Großer Josef Krainer-Preis 2016

Die SEER (Musik)
Em. Diözesanbischof Dr. Dr.h.c. Egon KAPELLARI (Kultur)

Josef Krainer-Würdigungspreis 2016

Priv.-Doz. MMag. Dr. Susanne SCHWAB, MA (Erziehungswissenschaften)

Josef Krainer-Förderungspreis 2016

Mag. Dr. Julia HAUBENHOFER (Rechtswissenschaften)
Dipl.-Ing. Dr. Robert KAISER (Montanwissenschaften)
Dipl.-Ing. Dr. Andreas KAUTSCH (Technische Wissenschaften)
Mag. Dr. Andreas KONRAD, MSc (Sportwissenschaften)
Dipl.-Ing. Dr. Paul MEISSNER (Technische Wissenschaften)
Mag. Michaela MÜLLER, PhD (Medizin)
MMag. Dr. Edith PETSCHNIGG (Theologie)
Dipl.-Ing. Dr. Simone Viola RADL (Montanwissenschaften)
MMag. Dr. Martina RECHBAUER (Sozial- und Wirtschaftswissenschaften)
Dipl.-Ing. Dr. Roswitha RISSNER (Technische Wissenschaften)
Mag. Dr. Johannes WALLY, MES (Geisteswissenschaften)

 

Ansprache des Obmannes
Präsident Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer
(10. März 2016) (Hier nachlesen)

 

Presse-Reaktionen

Großer Josef Krainer-Preis 2016

Die SEER (Musik)
Seit nunmehr 20 Jahren erobern sie mit ihrer Liebe zur Musik und ihrer Liebe zur Heimat die Herzen der Menschen, und das nicht nur im Ausseerland, sondern auch weit über die steirischen und österreichischen Landesgrenzen hinaus. 1996 fanden sich Musiker aus völlig verschiedenen musikalischen Stilrichtungen zusammen und gründeten die SEER. Seither sind sie mit ihrem unverkennbaren Profil aus der Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken. Mit großem Erfolg verbinden sie traditionelle Volksmusik mit modernen Pop-Elementen. Die SEER sind authentisch und stehen für Kontinuität und Erfolg auf allen Ebenen. Jede CD ist ein Bestseller und die Konzerte sind ausgebucht. Mittlerweile legendär sind ihre Heim Open Airs auf der Zloam, der wild-romantischen Naturarena über dem Grundlsee. Diese entwickelten sich zu einem Treffen der Nationen, zu dem regelmäßig bis zu 25.000 Menschen pilgerten um die acht SEER und ihre musikalischen Gäste zu erleben.
Kopf und Mastermind der SEER ist Alfred, kurz Fred, Jaklitsch. Er ist Sänger, Gitarrist, Gründer, Bandleader, Visionär, Produzent sowie Texter und Komponist aller SEER-Lieder. Er kann also durchaus als Ober-SEER bezeichnet werden. Bereits in den 1980er Jahren war er mit der Europop-Band „Joy“ international erfolgreich. 1996 startete mit dem Debütalbum „Über’n See“ die Erfolgsgeschichte der SEER. Der Ober-Seer verstand es, seine kulturellen Wurzeln mit internationaler Popmusik zu verquicken und dem Ganzen wiederum eine kräftige Portion Lokalkolorit beizumengen. Jaklitsch meinte selbst einmal: „Eigentlich ist jedes Lied ein Puzzleteil meiner Erfahrung und Phantasie. Da braucht es alle Teile, damit es ‚seerisch’ wird.“ Das Ergebnis sind Texte, die die Menschen direkt und ohne Umwege erreichen. Hören, fühlen, spüren und sich selbst wieder erkennen. So funktionieren SEER-Lieder, und das seit Jahren mit einer enormen Erfolgsquote. Das 2002 erschienene Album „Junischnee“ ist das erfolgreichste der Bandgeschichte: Es hielt sich insgesamt 112 Wochen in den österreichischen Charts und wurde mit Dreifach-Platin für mehr als 90.000 in Österreich verkaufte Alben ausgezeichnet. Bis heute gab es für die steirische Erfolgsband unglaubliche 14 Platinauszeichnung in Folge. Zuletzt erst für die vor wenigen Monaten erschienene CD „Seer Weihnacht“. 2004 schrieben die SEER Chartgeschichte, indem sie gleichzeitig mit den drei Studioalben „Über'n Berg“, „Aufwind“ und „Junischnee“ in den Top 10 der Austria Top 40 Album Charts platziert waren. Ihre erste Live-DVD wurde im Jahr 2008 als erste österreichische Musik-DVD mit Platin ausgezeichnet. 2003 und 2009 wurde der Band der Amadeus Austrian Music Award verliehen. Einmal in der Kategorie Gruppe Pop/Rock national und einmal in der Kategorie Schlager.
Jede ihrer Shows ist zu einem einzigartigen, von Energie sprühenden Ereignis aufgebaut. Einen wesentlichen Anteil haben dabei auch die beiden SEER-Stimmen Sabine „Sassy“ Holzinger und Astrid Wirtenberger. Sassy Holzinger, oft auch „the voice“ genannt ist mit ihrer Stimme gleichzeitig auch Markenzeichen der SEER. Bereits als Kind fand sie die Liebe zur Musik, vor ihrer SEER-Zeit war sie als Country-Sängerin bereits äußerst erfolgreich, heute ist sie außerdem als Vocalcoach tätig. Durch die Stimme von Astrid Wirtenberger wird der typische SEER-Sound erst perfekt. Bereits als kleines Mädchen wollte sie Sängerin oder Tänzerin werden. Musik ist ihr Leben: Einerseits wenn sie mit den SEERN on tour ist und andererseits wenn sie zu Hause mit ihren drei Töchtern singend den Tag verbringen kann. Aber auch einen sehr erfolgreichen Ausflug auf das Tanzparkett kann sie verzeichnen. Denn 2011 hat Astrid Wirtenberger mit Tanzpartner Balázs Ekker die ORF-Tanzshow „Dancing Stars“ gewonnen. Neben Jaklitsch, Holzinger und Wirtenberger – die den Preis auch stellvertretend für die SEER entgegennehmen werden – sind noch fünf weitere Musiker mit von der Partie: Jürgen Leitner auf der Steirischen Harmonika, Gitarrist Thomas Eder, Schlagzeuger Wolfgang Luckner, Bassist Dietmar Kastowsky sowie Daniel Schröckenfuchs, der seit Beginn des heurigen Jahres den langjährigen Keyboarder Mario Pecoraro ablöst.
2016 ist ein ganz besonderes Jahr sowohl für die SEER selbst als auch für alle SEER-Fans. Bereits nächste Woche (am 18.02.2016, Anm.) startet ihre große 20 Jahre Jubiläumstournee. Das Grundlsee Open Air am 30. Juli 2016 ist bereits jetzt ausverkauft. In etwas mehr als einem Monat erscheint eine 4er CD-Box „20 Jahre DIE SEER – Nur das Beste“ mit all ihren Hits, aber auch mit neuen Liedern, Neuaufnahmen u.v.m.  Zudem sind die SEER in den Kategorien Band des Jahres und Schlager beim Amadeus Austrian Music Award 2016 nominiert. Vom Ausseerland ausgehend erklommen die Ausnahmekünstler nicht nur die Bestenlisten, sie sangen sich auch in die Herzen der Menschen. Ihre großen Hits wie „Junischnee“, „Über’n Berg“, „Hoamatgfühl“ und natürlich die Hymne der Band, „Wilds Wossa“, kennt heute jeder. Als Symbol der Anerkennung für alles in den vergangenen 20 Jahren geleistete und als Ansporn für mindestens 20 weitere Jahre an unvergesslichen Konzerterlebnissen steht der Große Josef Krainer-Preis.

Em. Diözesanbischof Dr. Dr.h.c. Egon KAPELLARI (Kultur)
Der langjährige und seit dem Vorjahr emeritierte Diözesanbischof Dr. Egon KAPELLARI bewegte in den vergangenen Jahrzehnten seines vielseitigen Schaffens sowohl Kirche als auch Gesellschaft. Vor fast genau zwei Monaten (am 12. Jänner, Anm.) beging er seinen 80. Geburtstag, gleichzeitig begeht er heuer das 55. Jahr als Priester sowie bald auch das 35. Jahr als geweihter römisch-katholischer Bischof. Geboren wurde Egon KAPELLARI im Jänner 1936 in Leoben. 1953 maturierte er am dortigen Realgymnasium und schrieb sich anschließend für das Studium der Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz ein. Anschließend an seine Promotion im Jahr 1957 studierte er in Salzburg und Graz Theologie, ehe Dr. KAPELLARI am 9. Juli 1961 im Dom zu Graz zum Priester geweiht wurde. 1962 bis 1964 war er Kaplan in der Grazer Pfarre Kalvarienberg, 1964 bis 1981 Hochschulseelsorger für die Grazer Universitäten und Leiter des Afro-Asiatischen Instituts. Ab 1970 war er auch Mitglied des Leitungskollegiums im Grazer Priesterseminar.
Papst Johannes Paul II. ernannte Dr. KAPELLARI im Dezember 1981 zum Bischof von Gurk-Klagenfurt, im Jänner 1982 übernahm er für die folgenden knapp zwei Jahrzehnte die Leitung der Kärntner Diözese. In die flächenmäßig größte österreichische Diözese Graz-Seckau wechselte KAPELLARI im März 2001. Er folgte damit Diözesanbischof Johann Weber nach. Bischof KAPELLARI leitete die Diözese Graz-Seckau bis zum Vorjahr. Insgesamt hat Egon KAPELLARI über 33 Jahre hinweg als Diözesanbischof die katholische Kirche Österreichs und darüber hinaus entscheidend mitgestaltet und geprägt. Er hatte dazu vielfältige nationale und internationale Aufgaben in der Österreichischen Bischofskonferenz über. Von 1982 bis 1992 war er österreichischer „Jugendbischof“, Mitglied des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen und zwei Funktionsperioden lang auch Mitglied des früheren Päpstlichen Rates für den Dialog mit den Nichtglaubenden. 1992 bis 2004 war er Referent für Liturgie und von 1992 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2015 übte er das Amt des Referenten für Kunst und Kultur aus. Zusätzlich war er 2001 bis 2015 Referent für Medienfragen und Stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz. Für die Weltkirche übernahm Bischof KAPELLARI ab 1997 die Aufgabe des Konsultors der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche, zudem wurde er Mitglied der Kommission der Bischofskonferenzen der EU-Länder.
Neben seinen vielfältigen Aufgaben als Bischof fand Dr. KAPELLARI immer wieder Zeit für das Schreiben theologisch und spirituell anspruchsvoller Bücher, die ihn im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus bekannt gemacht haben. So wurde etwa sein bekanntestes Buch „Heilige Zeichen in Liturgie und Alltag“ auch auf Italienisch, Polnisch, Slowenisch, Slowakisch, Spanisch und Koreanisch aufgelegt. Er brachte im Laufe der Jahre zahlreiche Publikationen, unter anderem über Kirche und Kunst, Wissenschaft und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft heraus. Im Verlag Styria erschien zu Beginn des Jahres 2016 sein aktuelles Werk „Schritte zur Mitte – Eine Nachlese“. Anstatt großer Geburtstagsfeiern zum runden Geburtstag widmete sich Dr. Kapellari lieber anderen Aufgaben, wie etwa der Präsentation seines neuen Buches. Dieses beinhaltet Texte aus den letzten Jahren seiner Amtszeit des Bischofs sowie aus den wenigen Monaten seines bisherigen „Ruhestandes“. Seine dargelegten Überlegungen darin versteht er als ein Angebot zur Deutung der Situation von Kirche und Gesellschaft in Österreich, Europa und weltweit.
Seit der Annahme seines Rücktritts durch Papst Franziskus vor rund einem Jahr lebt KAPELLARI bei den Grazer Elisabethinen am rechten Mur-Ufer und ist nach wie vor vielfältig tätig. Wie er dem steirischen „Sonntagsblatt“ in einem Interview sagte, halte er es als emeritierter Bischof wie sein Vorgänger Altbischof Johann Weber: Er hilft als Priester, Bischof, Publizist und schlichter Seelsorger im In- und Ausland, wo immer er kann und gebraucht wird. Er steht nach wie vor stets in Kontakt mit vielen Menschen verschiedenster sozialer Verhältnisse, ist im Dialog mit den anderen Religionen und hält Gottesdienste. Besonders am Herzen liegen ihm auch Krankenbesuche, für die sich KAPELLARI viel Zeit nimmt.
Ein Bischof hört nie auf Bischof zu sein. So ist Egon KAPELLARI nach wie vor in Bewegung, oder viel mehr noch: Er schafft durch sein vielseitiges Tun und kritisches Denken immer neue Bewegung. In einem Interview meinte er: „Ich möchte weiterhin wissen, wie spät es auf der Uhr der Welt und der Kirche gerade ist, auch um qualifiziert dort Rat geben zu können, wo ich gefragt bin.“ Wir hoffen, dass Bischof KAPELLARI noch sehr oft gefragt wird. Als Zeichen des Dankes für seine bisherigen „Antworten“ und als Anerkennung für sein umfassendes Wirken als Geistlicher, als Autor und als kritische Denker wird ihm der Große Josef Krainer-Preis verliehen.

 

Josef Krainer-Würdigungspreis 2016

Priv.-Doz. MMag. Dr. Susanne SCHWAB, MA (Erziehungswissenschaften)
Susanne SCHWAB ist wohl die jüngste jemals mit dem Josef Krainer-Würdigungspreis ausgezeichnete Wissenschaftlerin. Mit ihren jungen 29 Jahren ist sie bereits weit die Karriereleiter hochgeklettert. So bekam sie gerade erst letzte Woche eine brandaktuelle und erfreuliche Nachricht vom Rektorat der Karl-Franzens-Universität Graz. Nachdem ihr Qualifizierungsverfahren positiv abgeschlossen wurde, darf sie sich nun Associate Professor (Assoziierte Professorin) nennen. Aber nicht nur das sowie die heutige Preisverleihung geben ihr einer verdienten Grund zum Feiern in dieser Woche, sondern ebenso ihr runder Geburtstag, den sie in drei Tagen begehen wird – auch dazu gratulieren wir bereits jetzt sehr herzlich!
Am 13. März 1986 geboren, maturierte Susanne SCHWAB im Jahr 2004 am Bundesrealgymnasium in Zell am See. Noch im selben Jahr kam sie nach Graz und inskribierte an der Karl-Franzens-Universität. In den folgenden Lehrjahren an der Universität war sie äußerst umtriebig. Mit großem Erfolg absolvierte sie das Bakkalaureatsstudium der Pädagogik, das Diplomstudium der Psychologie, das Masterstudium Interdisziplinäre Geschlechterstudien, das Masterstudium der Sozialpädagogik und zu guter Letzt das Doktoratsstudium der Naturwissenschaften (Psychologie). Bereits während des Studiums sammelte sie als Praktikantin, Projektmitarbeiterin bzw. Tutorin erste berufliche Erfahrungen an der Universität. In ihrer Dissertation befasste sie sich mit der „Erstellung von Anforderungsprofilen für Lehrberufe und Schultypen“. Dazu war sie für einige Monate als Projektmitarbeiterin an der Landesakademie Niederösterreich tätig. Im Oktober 2010 trat sie ihre Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft an der Karl-Franzens-Universität Graz an. Ihr Arbeitsbereich ist die Integrationspädagogik und Heilpädagogische Psychologie. Seit Oktober 2012 ist sie zudem als externe Lehrbeauftragte an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich tätig. Aber SCHWAB wollte mehr: Im Oktober 2013 wurde sie Assistenzprofessorin an der Universität und sie begann mit der Arbeit an ihrer Habilitation.
Seit dem Wintersemester 2014/15 ist sie an der Uni Graz karenziert und sammelt im Ausland neue wertvolle Erfahrungen. Bereits im Juni 2015 erlang sie mit Abschluss der Habilitation die Venia Legendi für „Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Inklusionspädagogik“ an der Universität Freiburg in der Schweiz. Es verschlug sie außerdem nach Deutschland, wo sie noch bis Ende März 2016 eine Vertretungsprofessur für Empirische Schulforschung an der Universität Bielefeld inne hat. Im Zuge dessen übernahm sie auch die wissenschaftliche Leitung der Laborschule der Universität Bielefeld. Seit vergangenem September ist Susanne SCHWAB Vorsitzende der Sektion Empirische pädagogische Forschung und Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen (ÖFEB).
In ihrer kumulativen Habilitationsschrift befasst sie sich mit dem Thema „Schulische Inklusion“. Sie gibt Auszüge aus der Einstellungsforschung gegenüber schulischer Inklusion sowie Einblicke in die soziale Partizipation von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf. Kurz gesagt, befasst sich SCHWAB in ihren Forschungen mit der Frage, wie Inklusion qualitativ hochwertig umgesetzt werden kann. Dabei interessieren sie organisatorische Rahmenbedingungen genauso wie Aspekte der praktischen Umsetzung auf Schul- und Klassenebene sowie die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler (z. B. in Bezug auf ihr Wohlbefinden oder ihre soziale Teilhabe). Zwei unabhängig voneinander eingeholte, internationale Gutachten sind sehr euphorisch und loben uneingeschränkt die beachtliche wissenschaftliche Qualität der Arbeit SCHWABS. Auch ihr Portfolio ist beeindruckend: Sie hat umfassende Projekterfahrung, konnte für ihre bisherigen Arbeiten bereits den einen oder anderen Preis erhalten und sie weckt mit interessanten Themen auch immer wieder das Interesse der Medien. Sie ist genauso als Autorin wie als Herausgeberin aktiv und sie zeigt großes persönliches Engagement bei der Mitwirkung in wissenschaftlichen Gremien und Kommissionen sowie im Bereich der Nachwuchsförderung.
Auch privat ist die junge Professorin immer in Bewegung. Sie ist ambitionierte Schwimmerin und engagiert sich ehrenamtlich. Außerdem reist sie sehr gerne – am liebstem per Boot. So ist sie aktuell bereits voll in den Planungen für ihre elfte Kreuzfahrt. Das Lieblingsprinzip von Susanne SCHWAB ist übrigens – so hat sie es uns verraten – das „Pinguin-Prinzip“ von Hirschhausen. Die Grundaussage ist ungefähr diese: Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe. Daher seien die Menschen aufgefordert, ihre Stärken zu stärken und nicht ständig zu versuchen, an den Schwächen zu arbeiten. Es geht darum, zu bleiben wer man ist. Menschen ändern sich nur selten komplett und grundsätzlich. Wir hoffen, dass Professorin SCHWAB genauso bleibt wie sie ist. Wir sind schon neugierig, wohin ihr jetzt schon so erfolgreichen Weg sie noch führen wird, wenn sie ihre Stärken noch weiter stärken und mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit dazu beitragen kann, dass das auch anderen so gelingt.

 

Josef Krainer-Förderungspreis 2016

Mag. Dr. Julia HAUBENHOFER (Rechtswissenschaften)
Julia HAUBENHOFER wurde 1987 in Graz geboren. Sie besuchte das Neusprachliche Gymnasium der Ursulinen Graz, an dem sie 2005 mit Auszeichnung maturierte. Im selben Jahr errang sie beim bundesweiten Fremdsprachenwettbewerb für Latein den dritten Platz. Dieser ebnete ihr die Teilnahme am internationalen Übersetzungswettbewerb „Certamen Ciceronianum Arpinas“. Der lateinischen Sprache blieb sie auch in ihrer universitären Ausbildung treu, indem sie sich für das Diplomstudium der Rechtswissenschaften inskribierte. Dieses schloss sie 2011 mit ihrer Diplomarbeit zum Thema „Interdiktenschutz und Besitz in der Cicerorede pro Caecina“ erfolgreich ab.
HAUBENHOFER bekam eine Stelle als Universitätsassistentin am Institut für Römisches Recht, Antike Rechtsgeschichte und Neuere Privatrechtsgeschichte an der Universität Graz. Sie begann mit dem Doktoratsstudium der Rechtswissenschaften und schloss dieses vor knapp einem Jahr mit ihrer ausgezeichneten Dissertation ab. Der klingende Titel ihrer Arbeit lautet: „Quod metus causa gestum erit, ratum non habebo. Zum Rechtsschutz wegen vis und metus im römischen Privatrecht“. Sie widmet sich mit dieser Untersuchung zum Rechtsschutz gegen Opfer von Gewalt und Furchterregung einem besonders reizvollen Thema des römischen Deliktsrechts. Für ihre bemerkenswerte Arbeit erhielt sie im Vorjahr den Förderungspreis der Dr. Maria Schaumayer Stiftung. Das von der Jury des Steirischen Gedenkwerkes eingeholte externe Gutachten hebt die besondere intellektuelle Reife der jungen Juristin hervor. Doktorarbeiten dieses Ausmaßes und dieser Perfektion sind rar, sie trägt den reifen Charakter einer Habilitationsschrift. Während ihrer Zeit an der Universität hielt Julia HAUBENHOFER Lehrveranstaltungen zum römischen Schuldrecht und sie war für Vortragstätigkeiten auf zahlreichen internationalen Kongressen. Dass sich ihre Liebe zur lateinischen Sprache bis heute durchzieht, zeigt sich beispielsweise daran, dass sie im vergangenen Oktober den Kurs „Latein für Juristinnen und Juristen“ abhielt. Derzeit ist sie Rechtspraktikantin und Übernahmewerberin im Sprengel des Oberlandesgerichts Graz. Auch wenn sie an einer möglichen richterlichen Tätigkeit großen Gefallen gefunden hat, bezeichnet sie selbst als langfristiges Karriereziel nach wie vor die Habilitation und Erlangung der Venia docendi für das Fach Römisches Recht. Nur das passende Rezept für die Förderung eines neuen Forschungsprojekts konnte noch nicht gefunden werden. Der Universität ist sie derzeit als externe Lehrbeauftragte verbunden. Sie hält ein Seminar zum Thema der Natur als moralische Instanz im juristischen Diskurs der Antike.
Als privaten Ausgleich betreibt Julia HAUBENHOFER sehr gerne Sport in der freien Natur, ob beim Laufen, Radfahren, Wandern oder seit Neuesten auch beim Tennisspielen. Nicht nur aktiv, auch passiv, d.h. als Fan, zeigt sie große Begeisterung für den Sport. Mit ihrem Lebensgefährten Kurt besucht die Juristin jedes Wochenende die Spiele des GAK im Stadion. Außerdem kocht sie leidenschaftlich gerne, vor allem mit regionalen Produkten. Hier ist sie immer wieder auf der Suche nach neuen Kreationen.

Dipl.-Ing. Dr. Robert KAISER (Montanwissenschaften)
Robert KAISER ist 1979 in Innsbruck geboren und wuchs in Oberösterreich auf. Er besuchte die HTBLA II in Linz und legte im Juni 1998 im Schwerpunkt Maschinenbau die Reifeprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Nach Ableistung des Grundwehrdienstes übersiedelte er in die Steiermark und begann mit dem Studium des Montanmaschinenwesens an der Montanuniversität Leoben. Während seines Studiums verdiente sich KAISER nebenbei immer etwas durch Tätigkeiten in der Fertigung, in der mechanischen Instandhaltung oder als Kraftfahrer hinzu. Dies vermittelte ihm über all die Jahre immer auch einen Einblick in die industrielle Praxis. Nachdem er 2010 seine Diplomprüfung mit Auszeichnung ablegte, begann er nahtlos mit dem Doktoratsstudium der Montanwissenschaften. Nur vier Jahre später schloss er auch dieses mit Auszeichnung ab. Während dieser Zeit war er als Projektmitarbeiter am Lehrstuhl für Umformtechnik an der Montanuniversität Leoben tätig.
Seine Dissertation mit dem Titel „Eigenspannungsoptimiertes Richten von Eisenbahnschienen“ führte er dort im Rahmen des COMET K2 Kompetenzzentrums „Materials-, Process- and Product-Engineering“ und in Zusammenarbeit mit der „voestalpine Schienen GmbH“ durch. Zentrales Thema seiner Arbeit ist das Schienenrichten mittels Rollenrichtmaschinen mit einem besonderen Schwerpunkt auf der numerischen Analyse des Eigenspannungszustandes im Schienenquerschnitt. Er beschäftigte sich in beeindruckender Weise mit mehreren, teilweise weit auseinanderliegenden Fachgebieten der Ingenieurwissenschaften bzw. der Physik. Das Spektrum reicht hier von experimentellen Methoden der Metallphysik über die Struktur- und Kontinuumsmechanik bis hin zur Softwareentwicklung für die Erweiterung der Funktionalität der eingesetzten Programme. Gleichzeitig ging der Montanist bei seinen mechanischen Analysen sehr in die Tiefe.  Dr. KAISER hat hochgradig komplexe Theorien entwickelt und wertvolle Ergebnisse für den Industriepartner erbracht. So fällt seine Arbeit nicht nur durch die herausragende wissenschaftliche Qualität auf, sondern gleichzeitig auch aufgrund des hohen wirtschaftlichen Effekts. In seinem Dissertationsgutachten heißt es darin sehr treffend: „Robert KAISER hat bewiesen, dass er trotz der Notwendigkeit, sich in der Kürze eines Dissertationsprojekts vertieftes Verständnis für hochgradig theoretische Zusammenhänge anzueignen, nicht die Fähigkeit verloren hat, die Probleme des in der Produktion stehenden Ingenieurs zu erkennen und zu lösen.“
Seit etwas mehr als einem Jahr ist KAISER nun als Projektmitarbeiter am Institut für Mechanik weiterhin an der Montanuniversität Leoben. Seine wissenschaftliche Tätigkeit erstreckt sich von der Werkstoff- und Prozessmodellierung zur Simulation und Optimierung umformtechnischer Prozesse und Produkte bis zur Modellierung und Simulation des Werkstoffverhaltens bei der fest-fest Phasenumwandlung in verschiedenen Größenordnungen. Wenn privat etwas Zeit bleibt, geht er gerne Snowboarden oder Klettern. Entspannung findet Robert KAISER beim LEGO-Modellbau und beim Fliegenfischen.

Dipl.-Ing. Dr. Andreas KAUTSCH (Technische Wissenschaften)
Andreas KAUTSCH wurde im Mai 1986 in Graz geboren. Er besuchte das Bundesrealgymnasium Seebachergasse, an dem er 2004 mit Auszeichnung maturierte. Nach dem Präsenzdienst als Rettungssanitäter im Militärspital Graz inskribierte er an der Technische Universität Graz für das Studium der Technischen Physik. Nach einem Auslandsaufenthalt im Studienjahr 2008/09 an der University of Strathclyde in Glasgow (Großbritannien) feierte KAUTSCH im Dezember 2010 seinen Masterabschluss mit ausgezeichnetem Erfolg. Seine Masterarbeit zum Thema „Mikrowellenplasmasynthese und optische Eigenschaften von nanoskaligem Europium-dotierten Yttriumoxid“ verfasste er am Institut für Materialphysik der TU Graz. Er befasste sich darin mit der Herstellung von oxidischen Nanopartikeln und deren Fluoreszenzeigenschaften. Während seines Studiums sammelte er bei Ferialpraktika am Institut für Angewandte Systemtechnik der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft wertvolle berufliche Erfahrung. Eine seiner Aufgaben war dabei die Konstruktion eines 2D-Video Distrometers.
2011 trat Andreas KAUTSCH die Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters am Institut für Experimentalphysik an. Gleichzeitig begann er mit dem Doktoratsstudium der Technischen Wissenschaften. Im September 2014 konnte er dieses – natürlich mit ausgezeichnetem Erfolg – abschließen. In seiner Dissertation beschäftigte sich der Nachwuchsforscher mit „Photoinduced Dynamics of Transition Metal Atoms and Clusters in Helium Nanodroplets”. Heliumnanotröpfchen sind Cluster bestehend aus kondensierten Heliumatomen mit einem Durchmesser im Nanometerbereich und einer Temperatur von 0.4 Kelvin (das entspricht etwa -273° Celsius). Mit dieser niedrigen Temperatur sind sie suprafluid und können als „kalte Container“ für Atome, Moleküle und Cluster dienen. In seiner Arbeit wurden Chrom- und Kupferatome verdampft, welche dann von den Heliumnanotröpfchen aufgenommen wurden. Mit Hilfe spektroskopischer Messverfahren konnte unter anderem der Einfluss des umgebenden Heliumtröpfchens auf die unregelmäßige Besetzung der atomaren Energiezustände nach einer Photoanregung der Übergangsmetallatome nachvollzogen werden. Die Ergebnisse seiner international herausragenden wissenschaftlichen Arbeit bilden einen wichtigen Schritt, in Zukunft photoinduzierte chemische Reaktionen von gezielt geformten Molekülen und Clustern in dieser einzigartigen Umgebung ablaufen zu lassen. Dass dieser Erfolg nicht von ungefähr kommt, zeigt der Betreuer der Arbeit Dekan Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Ernst. Dieser erhielt selbst erst unlängst den Forschungspreis des Landes Steiermark 2015. Außerdem erhielt mit Dr. Markus Koch ein Kollege KAUTSCHS aus derselben Forschungsgruppe bereits im Jahr 2011 einen Josef Krainer-Förderungspreis. Auf den Punkt gebracht könnte man sagen: Grundlagenorientierte Spitzenforschung „Made in Graz“.
Privat ist Andreas KAUTSCH reiselustig und äußerst sportlich. Nicht nur das Schwimmen hat es ihm angetan, er geht auch gerne Segeln, Skifahren, Klettern und Wandern. Während der Schul- und Studienzeit war er zudem begeisterter Pfadfinder. Beruflich ist ihm auf Basis seiner bisherigen herausragenden Leistungen jedenfalls ein Erfolgspfad vorgezeichnet. Denn dass wir hier von einem Wissenschaftler mit großem Potenzial sprechen hat auch sein neuer Arbeitgeber erkannt, die Grazer Anton Paar GmbH.

Mag. Dr. Andreas KONRAD, MSc (Sportwissenschaften)
Andreas KONRAD wurde 1983 in Graz geboren. Er besuchte in der steirischen Landeshauptstadt die Volks- und Hauptschule und legte 2003 am Bundesoberstufenrealgymnasium Monsbergergasse die Reifeprüfung ab. Bereits seit der Schulzeit dreht sich bei ihm alles um das Thema Sport. Nachdem er im Gymnasium den Schwerpunkt Leistungssport belegte, begann er mit dem Diplomstudium der Sportwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität. Neben seinem Studium war er von 2007 bis 2009 Profi-Fußballer beim GAK. Anschließend war er als Sporttherapeut in Bad Radkersburg tätig. 2009 schloss er das Sportwissenschaftsstudium ab, gleichzeitig war dies aber auch der Startschuss für zwei weitere Studien: Einerseits das Doktoratsstudium der Sportwissenschaften und andererseits das Studium der Betriebswirtschaft. Auch hier blieb KONRAD dem Thema Sport treu. In seiner betriebswirtschaftlichen Masterarbeit beschäftigte er sich mit der Effizienzmessung der österreichischen Fußballbundesliga mittels Data Envelopment Analysis. Beruflich war er zwischen 2010 und 2014 als Projektleiter in der Grazer Steuerberatungskanzlei Lampert tätig.
Mit seiner 2014 approbierten Dissertation mit dem Titel „Effects of different stretching methods on the muscle and tendon unit of the gastrocnemius medialis“ erforschte Andreas KONRAD die Auswirkungen unterschiedlicher Dehnmethoden auf den Muskel-Sehnen-Komplex. Um mögliche funktionelle und strukturelle Anpassungen nach einem sechswöchigen Dehntraining feststellen zu können, wurden als Probanden zur Verfügung stehende Polizeischüler vor und nach dem Dehnen untersucht. Dabei konnte bei unterschiedlichen Dehninterventionen eine Erhöhung der Beweglichkeit festgestellt werden. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse wird als Hauptursache für die Erhöhung der Beweglichkeit bei allen Dehntechniken ein angepasstes Schmerzempfinden vermutet. Die Doktorarbeit wird in internationalen Fachkreisen uneingeschränkt als exzellent bewertet. Dafür spricht auch die Verleihung des Sportwissenschaftlichen Preises des Landes Steiermark 2014. Dies lässt von Dr. KONRAD auch in Zukunft einen Output hoher wissenschaftlicher Qualität erwarten.
Vor rund einem Jahr trat er neben seiner Tätigkeit als Referent beim IFS-Institut für Studentenkurse eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Karl-Franzens-Universität Graz an. Dies ermöglicht ihm, sich in weiteren Forschungsprojekten zu vertiefen. So widmet er sich in seinen aktuellen Forschungen etwa im Speziellen dem Muskel-Sehnen-Komplex von Fußballern sowie den unterschiedlichen Auswirkungen verschiedener Dehnmethoden. Einer spannenden Frage möchte er sich in einem seiner zukünftig geplanten Projekte widmen: „Ist angepasstes Schmerzempfinden wirklich die Ursache für eine Beweglichkeitszunahme nach einem mehrwöchigen Dehntraining?“
Ein gewisses Schmerzempfinden und vor allem Durchhaltevermögen fordert Andreas KONRAD auch von sich selbst. Damit ist nicht die Zeit gemeint, die er gerne mit seinen beiden Kindern verbringt, sondern vielmehr jene Zeit die er als Ironman-Triathlet für 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und 42km Laufen aufbringt.

Dipl.-Ing. Dr. Paul MEISSNER (Technische Wissenschaften)
Paul MEISSNER, Jahrgang 1982, ist in Graz geboren und wuchs in Feldbach auf. Er ist mit Mag. Silvia Meissner verheiratet und lebt mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Söhnen im Süden von Graz. Bereits früh interessierte er sich für das Programmieren. Er arbeitete etwa als Programmierer für Webapplikationen und absolvierte mehrere Praktika in der IT-Abteilung bei Magna Heavy Stamping in Albersdorf. 2001 begann er mit dem Studium der Telematik an der Technischen Universität Graz. Im Masterstudium spezialisierte sich MEISSNER im Bereich der digitalen Signalverarbeitung und Telekommunikation und verfasste unter dem Titel „Multichannel UWB Systems with Noncoherent Autocorrelation Detection“ eine ausgezeichnete Abschlussarbeit.
2009 begann er mit dem Doktoratsstudium Elektrotechnik. Zugleich begann er als Universitätsassistent am Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation mit seinen Forschungen an funkbasierter Innenraumlokalisierung. Er erarbeitete sich im Laufe der Jahre besondere Fähigkeiten in der Signalverarbeitung, in der statistischen Systemmodellierung sowie in Funkkanalmessungen. Besonders profitieren konnte er von einem zweimonatigen Forschungsaufenthalt am Wireless Communication and Network Sciences Laboratory des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, USA. 2014 schloss Paul MEISSNER das Doktorat mit seiner Dissertation zum Thema „Multipath-Assisted Indoor Positioning“ erfolgreich ab. Als Auszeichnung für seine hervorragende Arbeit erhielt er im Vorjahr aus Fachkreisen den Preis des Vereins Deutscher Ingenieure. Eine Forschungsförderung der AWS ermöglichte ihm zudem die Entwicklung eines Prototypen. Außerhalb von Gebäuden sind wir längst an die ständige Verfügbarkeit von satellitengestützten Lokalisierungssystemen wie GPS gewöhnt. Betreten wir jedoch ein Gebäude, können die Satellitensignale nicht mehr empfangen werden, und wir müssen auf eigens konzipierte Innenraumsysteme zurückgreifen. Diese sind jedoch nicht einfach zu entwickeln. Dr. MEISSNER setzte sich in seiner Arbeit mit funkbasierten Systemen und ihren Signalreflexionen auseinander. Er erforschte in zahlreichen Experimenten, wie auch im Inneren von Gebäuden eine zentimetergenaue Lokalisierung robust erreicht werden kann. In der unabhängigen, externen Begutachtung wird dem Techniker ein exzellentes Zeugnis ausgesprochen. Seine Arbeit entspricht qualitativ einem sehr hohen internationalen Standard und bringt beeindruckende Ergebnisse hervor. Zahlreiche Artikel und Konferenzbeiträge zeugen davon. Noch bis Ende März 2016 ist Paul MEISSNER noch als Projektassistent am Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation tätig. Ab kommenden April tritt er eine neue Stelle in der Forschung und Entwicklung bei Infineon Technologies in Graz an.
Privat setzt sich MEISSNER in der Bürgerinitiative „Lebenswerter Süden von Graz“ für ein nachhaltiges Verkehrskonzept rund um Graz ein. Seine persönlichen Interessen sprechen alle Sinne an: Beim Holzschnitzen zeigt er Fingerspitzengefühl und handwerkliches Geschick, für die Fotografie hat er ein besonderes Auge, erliest sehr viel, hört gerne Musik und ist begeisterter Hobbykoch.

Mag. Michaela MÜLLER, PhD (Medizin)
Michaela MÜLLER wurde 1983 in Wolfsberg geboren. Nach der Matura an der HLW Wolfsberg kam sie im Jahr 2003 nach Graz und begann mit dem Bachelorstudium Molekularbiologie an der Karl-Franzens-Universität. Ein Auslandssemester führte sie an die University of the Pacific in Stockton/Kalifornien (USA). Nach dem Bachelorabschluss inskribierte sie an der Uni Graz im Masterstudium Molekulare Mikrobiologie. Es dauerte aber nicht lange, bis es MÜLLER wieder ins Ausland zog. Nachdem sie bereits im Sommer 2008 ein Praktikum am Institut für Molekulare Neurobiologie des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg absolvierte, ermöglichte ihr ein Stipendium im Jahr 2009 einen achtmonatigen Aufenthalt am Institut für Pharmakologie der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Während dieser Zeit verfasste sie ihre Masterarbeit, ehe sie Ende 2009, wieder zurück in Graz, ihr Masterstudium abschloss. Aber es hielt sie wieder nicht sehr lange. Ein Leonardo da Vinci-Mobilitätsstipendium ermöglichte der Jungakademikerin einen Forschungsaufenthalt am Centre for Diabetes, Endocrinology and Metabolism in Oxford (Großbritannien).
Im Oktober 2010 begann Michaela MÜLLER mit dem PhD-Studium im Doktoratskolleg „Metabolic and Cardiovascular Disease“ an der Medizinischen Universität Graz. Gleichzeitig trat sie für die folgenden drei Jahre eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der MedUni Graz an. Der Titel ihrer Dissertation lautet: „Role of Bile Acid Signalling in Non-alcoholic Fatty Liver Disease and Progression to Non-alcoholic Steatohepatitis in Morbid Obesity“. In Kooperation mit dem Karolinska-Institut in Schweden sowie mit nationalen Instituten führte sie die Forschungsarbeit an der Medizinischen Universität Graz, der Medizinischen Universität Wien sowie dem Pharmakologischen Institut der Universität in Lissabon durch. Mit den Ergebnissen ihrer Arbeit lieferte sie neue Erkenntnisse für die Entwicklung von wirksamen, auf Gallensäuren basierenden, Behandlungsstrategien für Patienten mit nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen. Die hohe wissenschaftliche Qualität ihrer Forschungsarbeit wurde nach ihrem ausgezeichneten Studienabschluss im Vorjahr von der Sanofi-Stiftung ausgezeichnet. Aus der Forschungstätigkeit MÜLLERS geht eine Reihe von Publikationen in international renommierten Fachjounalen hervor. Ein sehr hoher Hirschfaktor von 14 – dieser stellt anhand von Zitationen eine Kennzahl für das weltweite Ansehen eines Wissenschaftlers in Fachkreisen dar – zeugt von ihrem qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Output.
Ihr Wissen über die molekularen Mechanismen von Gallensäuren bringt MÜLLER zukünftig auf dem Gebiet der Leberregeneration ein. Nach einem halben Jahr als Projektmanagerin bei Kwizda Pharma wechselte sie an die Medizinische Universität Wien. Hier ist sie seit September 2014 als Universitätsassistentin bzw. seit April 2015 als PostDoc in der molekularbiologischen und biochemischen Forschung tätig. Privat sucht sie ihren Ausgleich im Sport und in der Natur. Ein besonderes Interesse zeigt sie an sogenannten TED Talks. Das sind kurze, nur wenige Minuten dauernde Videosequenzen von interessanten Konferenzbeiträgen aus den verschiedensten Fachbereichen, die kostenlos für ein breites Publikum online gestellt werden.

MMag. Dr. Edith PETSCHNIGG (Theologie)
Edith PETSCHNIGG wurde 1978 in Graz geboren. 1997 maturierte sie am Bundesgymnasium Oeverseegasse. Von 1997 bis 2002 absolvierte sie das Studium der Geschichte und der Fächerkombination „Bühne, Film und andere Medien“ an der Karl-Franzens-Universität Graz. Ihre Diplomarbeit trägt den Titel: „Arbeit im Feindesland. Britische Kriegsgefangene in der Steiermark 1941–1945“. Als Historikerin war sie in Folge über mehrere Jahre hinweg Projektmitarbeiterin am Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung in Graz.  Parallel dazu startete sie mit dem Studium der Katholischen Fachtheologie. PETSCHNIGG engagierte sich als studentische Mitarbeiterin in Forschung, Lehre und Verwaltung am Institut für Alttestamentliche Bibelwissenschaft der Katholisch-Theologischen Fakultät sowie als Mitarbeiterin der Informations- und Servicestelle Kircheneck der Katholischen Stadtkirche Graz. Sie wirkte im Mentoringprogramm der Katholisch-Theologischen Fakultät Graz mit und war Mitglied des Österreichischen Studienförderungswerkes Pro Scientia. Das theologische Magisterium schloss sie im Jahr 2010 erfolgreich ab. Ihre Diplomarbeit „’Die Bibel zu lesen ist ein reines Vergnügen.’ Biblische Bezüge in der Lyrik der Exilsdichterin Stella Rotenberg“ wurde mit dem Elisabeth-Gössmann-Förderpreis für hervorragende Arbeiten zur Frauen- und Geschlechterforschung ausgezeichnet.
Das anschließende Doktoratsstudium ermöglichte es ihr, sich noch weiter im Bereich der  Katholischen Fachtheologie zu vertiefen. Unter dem Titel „‚Die Bibel ist das, was eint.‘ Geschichte und Bibelrezeption ‚jüdisch-christlicher‘ Basisinitiativen in Deutschland und Österreich nach 1945“ verfasste Edith PETSCHNIGG eine, laut internationalem Gutachten, hervorragende Arbeit von fachspezifisch höchstem Wert. Ziel ihrer Dissertation war es, das Werden, die Entwicklung und die Bedeutung des jüdisch-christlichen Dialogs in den beiden postnationalsozialistischen Ländern Deutschland und Österreich vergleichend darzustellen und kritisch zu analysieren. Ihre Arbeit widmet sich dem Entstehen und den Ausprägungen des jüdisch-christlichen Gesprächs an der Basis. Ausgehend vom lokalen Anknüpfungspunkt der in Graz-Mariatrost beheimatet gewesenen und von der Grazer Historikerin und Erwachsenenbildnerin Prof. Dr. Erika Horn (1918–2015) begründeten Österreichischen Christlich-Jüdischen Bibelwoche – der Pionierinitiative auf diesem Gebiet – standen insgesamt vier Dialogformate im Zentrum ihrer Arbeit. Ihre Forschungen führte sie als FWF-Projektmitarbeiterin am Institut für Alttestamentliche Bibelwissenschaft der Katholisch-Theologischen Fakultät an der Universität Graz durch.
Seit 2013 ist PETSCHNIGG Mitglied der Europäischen Gesellschaft für theologische Forschung von Frauen, seit 2014 zudem Vorstandsmitglied im Grazer Komitee für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Seit vergangenem Oktober arbeitet die Historikerin und Theologin als Professorin im Fachbereich Bibelwissenschaft am Institut „Ausbildung Religion“ der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems.
Im Internet haben wir ein Zitat von Edith PETSCHNIGG gefunden. Dieses lautet: „Hör auf deine innere Stimme. Mach das, was dir selbst wirklich wichtig ist. Ich denke man kann nur dort gut sein, wo auch wirklich das Herz dranhängt.“ Dies wäre ihr Rat an ihr 14-jähriges Ich. Dass an ihren Forschungen und an ihrer Arbeit ihr Herz dranhängt, merkt man sofort. Ihre herausragenden Leistungen sprechen für sich.

Dipl.-Ing. Dr. Simone Viola RADL (Montanwissenschaften)
Mit Simone Viola RADL dürfen wir das nächste Geburtstagskind unter den Preisträgerinnen und Preisträgern begrüßen. Der Termin des Festakts hätte nicht besser gewählt werden können. Frau RADL hat am 11. März ihren 29. Geburtstag. In ihren persönlichen Interessen gibt es einen weiteren Anknüpfungspunkt zu den anderen Kolleginnen und Kollegen. Es scheint diesmal eine besonders sportliche Runde zu sein. Auch RADL sucht sich ihren privaten Ausgleich im Sport. Sie ist leidenschaftliche Läuferin und Kletterin und ist oft beim Mountainbiken oder Rennradfahren anzutreffen.
Nach der Matura am Abteigymnasium Seckau im Jahr 2005 inskribierte RADL im Bachelorstudium Kunststofftechnik an der Montanuniversität Leoben. Dieses setzte sie mit dem Masterstudium fort, das sie 2010 mit ihrer Masterarbeit zum Thema „Patterned modulation of the conductivity of polyaniline derivatives by means of photolithography“ abschloss. Während dieser Zeit sammelte sie immer wieder auch praktische Berufserfahrung. Sie durfte in den anwendungstechnischen Labors bei der Airbus Deutschland GmbH in Bremen sowie bei der Chemson Polymer-Additive AG in Arnoldstein Praxisluft schnuppern und arbeitete in der Materialprüfung bei Huntsman Advanced Materials in Basel (Schweiz).
Ende 2010 bekam sie eine Fixanstellung als Forscherin am Polymer Competence Center Leoben. Dies war auch der Startschuss für ihr Doktoratsstudium der montanistischen Wissenschaften. In ihrer Dissertation „Smart polymers with switchable properties – Schaltbare intelligente Polymere für Selbstheilungs- und Recyclingstrategien“ beschäftigte sie sich mit Oberflächen und Grenzflächen mit einstellbaren Eigenschaften. Ohne jegliche Schwächen zeigt sie eine sehr tiefgehende Untersuchung, auch in der Anwendbarkeit. Aus ihren experimentellen Arbeiten sind nicht nur zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen in renommierten Fachjournalen entstanden, sondern es wurden auch die Voraussetzungen für neue und wirtschaftlich umsetzbare Anwendungsfelder intelligenter Polymerwerkstoffe geschaffen. So ist Simone RADL wesentlich an zwei Patenten beteiligt. Auch bei internationalen Konferenzen ist die Montanistin aktiv und erfolgreich vertreten. Für ihre Präsentation bei einer Konferenz in Prag erhielt sie 2015 einen Advanced Development Award.
Seit ihrem erfolgreichen Abschluss des Doktorats im April 2015 ist sie als PostDoc weiterhin an der Polymer Competence Center Leoben GmbH tätig. Sie ist für die Abwicklung von grundlagennahen sowie anwendungsorientierten Forschungsprojekten in Kooperation mit führenden Unternehmen zuständig. Zu ihren zentralen Forschungsgebieten zählen die Polymerchemie, die Photochemie von funktionellen Polymeren, die Entwicklung von selbstheilenden Polymermaterialien und die Entwicklung von maßgeschneiderten Polymersystemen für Funktionsverbunde.

MMag. Dr. Martina RECHBAUER (Sozial- und Wirtschaftswissenschaften)
Martina RECHBAUER, 1985 in Voitsberg geboren, legte im Juni 2004 an der HTBLA Kaindorf an der Sulm die Matura mit Auszeichnung ab. Von 2004 bis 2010 war sie an der Karl-Franzens-Universität Graz inskribiert und absolvierte gleich zwei Studienrichtungen parallel. Beide schloss sie mit Auszeichnung ab. Im Diplomstudium der Wirtschaftspädagogik verfasste sie eine Diplomarbeit über das Selbstverständnis der Disziplin Wirtschaftspädagogik im deutschsprachigen Raum. Dafür wurde sie im Rahmen der Veranstaltung „SOWI im Dialog“ ausgezeichnet. Das Magisterstudium der Betriebswirtschaft - Financial and Industrial Management schloss sie mit einer Masterarbeit über wissenschaftliche Methoden zur Identifikation von Unternehmen mit steuerlichen Verlustvorträgen ab. Es folgten der GRAWE High Potential Award sowie der Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung für hervorragende Studienleistungen. Berufserfahrung sammelte sie neben ihren Studien unter anderem als Studienassistentin am Institut für Unternehmensrechnung und Steuerlehre und am Institut für Unternehmensrechnung und Wirtschaftsprüfung. Die betriebswirtschaftliche Praxis lernte sie als Revisionsassistentin bei der Dr. Binder & Co Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft mbH in Graz kennen.
Dem Schwerpunkt der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre blieb RECHBAUER im 2010 begonnenen Doktoratsstudium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften treu. Für ihr Dissertationsprojekt erhielt sie 2012 den Forschungspreis der Akademie der Wirtschaftstreuhänder. Der Titel ihrer vielbeachteten Arbeit lautet: „The Impact of Tax Loss Carry-Forwards on Firm Behavior“. Mittels empirischer Studien untersuchte sie den Einfluss steuerlicher Verlustvorträge auf das Verhalten von Unternehmen. Ihre Forschungen beweisen, dass Unternehmen mit Verlustvorträgen weniger stark auf Änderungen in steuerlichen Investitions- und Finanzierungsanreizen reagieren als voll steuerpflichtige Unternehmen. Für den Gesetzgeber ist dieses Ergebnis von besonderer Relevanz. Steuerpolitik kann nur dann effektiv gestaltet werden, wenn berücksichtigt wird, dass Unternehmen mit Verlustvorträgen steuerliche Investitions- und Finanzierungsanreize weniger positiv bewerten als Unternehmen ohne Verlustvorträge. Dies gilt insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Krisen, in denen vermehrt Verluste erwirtschaftet und somit Verlustvorträge aufgebaut werden. Die eingeholten unabhängigen Gutachten loben die außergewöhnlich hohe Qualität und den innovativen Charakter der Dissertation. Regelmäßige Summer School Kurse begleiteten sie auf ihrem Weg. Diese führten sie an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster, die Wirtschaftsuniversität Wien, die University of Essex und die London School of Economics and Political Science.
Seit 2010 ist Dr. RECHBAUER wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Unternehmensrechnung und Steuerlehre an der Karl-Franzens-Universität. Zwischenzeitig arbeitete sie ein Semester lang am Lehrstuhl für ABWL und Rechnungswesen an der Universität Mannheim, seit September 2015 ist sie als PostDoc wieder zurück an der Uni Graz. Sie zeigt mit zahlreichen Beiträgen im Rahmen von Konferenzen und Workshops auf. Besonders auffallend sind auch ihre umfassenden EDV-Kenntnisse in der statistischen Analyse, im Bereich spezieller Datenbank-Software, in der Webprogrammierung und in der Datenmodellierung. Auch Martina RECHBAUER ist sportlich – beim Nordic Walking oder Schi fahren. Außerdem ist sie sehr musikalisch und spielt Querflöte. Viele Jahre lang war sie Mitglied, u.a. auch EDV- und Jugendreferentin, der Werkskapelle Bauer in Voitsberg. Die Betriebswirtin zeigt viele Talente. Ihre wissenschaftlichen Leistungen stechen besonders hervor.

Dipl.-Ing. Dr. Roswitha RISSNER (Technische Wissenschaften)
Roswitha RISSNER wurde im Mai 1985 geboren. Sie besuchte das BRG Körösistraße in Graz, an dem sie 2003 maturierte. Im Folgejahr engagierte sie sich für den Europäischen Freiwilligendienst in Vilnius, Litauen. Dabei übernahm sie die Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Im Jahr 2004 inskribierte sie sich an der Technischen Universität Graz. Die Mathematischen Computerwissenschaften sollten von da an zu ihrem zentralen Interessensgebiet werden. 2008 schloss sie das Bachelorstudium ab, 2012 war sie bereits fertige Diplomingenieurin. Über mehrere Semester hinweg arbeitete sie als Studienassistentin an der TU. Von 2009 bis 2012 war sie als freie Dienstnehmerin bei NXP Semiconductors in Gratkorn tätig.
2012 bekam RISSNER eine Dissertantenstelle als Projektassistentin am Institut für Analysis und Computational Number Theory an der Technische Universität Graz. In Rekordtempo zog sie das Doktoratsstudium der technischen Wissenschaften durch. Bereits 2015 schloss sie dieses mit Auszeichnung ab. In ihrer Dissertation mit dem kurzen Titel „Integer-valued polynomials“ beschäftigte sie sich mit sogenannten „ganzwertigen Polynomen“.Das sind Funktionen mit speziellen Eigenschaften, die in vielen verschiedenen Bereichen der Mathematik eine wichtige Rolle spielen. Mathematiker machen sich ihre Besonderheiten schon seit Langem zunutze. Bereits im 17. Jahrhundert verwendete sie Newton bei der Approximation von Funktionen. Lange Zeit waren sie jedoch nur Berechnungswerkzeuge und ihre Besonderheiten wurden nicht systematisch erforscht. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurden ganzwertige Polynome erstmals zu einem eigenständigen Forschungsgegenstand der Mathematik. Bis heute sind aber nach wie vor einige Fragen offen. Diese Lücke zu schließen, dazu trägt die Arbeit RISSNERS bei. Sie liefert auf international hohem Niveau beeindruckende und innovative Beiträge. Für einen ihrer Artikel erhielt sie den Doctoral School Award 2015 der NAWI Doctoral School „Mathematik und wissenschaftliches Rechnen“. Seit Abschluss des Doktorats ist sie als PostDoc weiterhin am Institut für Analysis und Computational Number Theory tätig. Hier widmet sie sich auch künftig ihren ganz im Zeichen der reinen Mathematik bzw. der algebraischen Grundlagenforschung stehenden Forschungen. Durch zum Teil sehr hohe Ebenen der Abstraktion kann man mit den Methoden der Algebra vielfach sonst oft nicht wahrgenommene Zusammenhänge zwischen verschiedenen mathematischen Gebieten erkennen. Dies erlaubt in Folge den Austausch der Erkenntnisse und Methoden der verschiedenen Fachrichtungen und führt damit zu einem tieferen und gesamtheitlichen Verständnis.
Ganz Abseits der beruflichen Zahlenwelt bewegt sich Roswitha RISSNER privat. Sie betreibt YOGA, näht sehr gerne und ist begeisterte Gärtnerin. Sie backt ihr eigenes Brot und auch das eine oder andere Möbelstück hat sie bereits selbst getischlert. Insgesamt handelt es sich bei den RISSNERS um eine äußerst umtriebige und produktive Familie. So erhielt im Jahr 2013 bereits Dr. Ferdinand Rissner einen Josef Krainer-Förderungspreis. Dieser konnte aufgrund eines Auslandsaufenthalts den Preis leider nicht persönlich entgegennehmen. Roswitha RISSNER kommt dafür bereits zum zweiten Mal ins Vergnügen einer Krainer-Preisverleihung. Mit dem bedeutenden Unterschied aber, dass am heutigen Tag sie selbst im Mittelpunkt steht. Und das zu Recht – ihre exzellenten Leistungen sprechen für sich.

Mag. Dr. Johannes WALLY, MES (Geisteswissenschaften)
Johannes WALLY ist 1978 in Wien geboren und besuchte in der Bundeshauptstadt das Bundesgymnasium IX, an dem er 1996 mit Auszeichnung maturierte. Er studierte Anglistik und Germanistik an der Universität Wien, war Erasmusstudent an der University of Edinburgh, reiste für Forschungstätigkeiten ans Trinity College Dublin und feierte schließlich im Juni 2003 seine Sponsion zum Magister der Philosophie. Während des Studiums arbeitete er als studentischer Tutor für angewandte Phonetik am Institut für Anglistik an der Uni Wien. Im Anschluss an sein Studium absolvierte WALLY das Unterrichtspraktikum an der AHS. Im Studienjahr 2004/05 absolvierte er das Masterstudium in Europäischer Integration an der Donauuniversität Krems. Seinen Master in European Studies erhielt er mit Auszeichnung. Im Anschluss daran folgten einige Jahre in der beruflichen Praxis. Er war zuerst Mitarbeiter der Stabsstelle Internationale Beziehungen und dann für mehrere Jahre Assistent des Fachlichen Generaldirektors der Statistik Austria. Außerdem arbeitete er als Lecturer an der Fachhochschule St. Pölten sowie an der Fachhochschule Burgenland .
Im Oktober 2009 wurde Johannes WALLY Lecturer am Institut für Anglistik der Karl-Franzens-Universität Graz. Im Oktober 2010 begann mit dem Doktoratsstudium der Anglistik und Amerikanistik an der Uni Graz. Im Mai 2014 promovierte er mit Auszeichnung zum Doktor der Philosophie. Seine gleichermaßen herausragende wie faszinierende Dissertation trägt den Titel: „Secular Falls from Grace: Religion and (New) Atheism in the Implied Worldview of Ian McEwan’s Fiction“. Auf beeindruckende Art und Weise analysierte er die Werke des bekannten britischen Autors Ian McEwan mit Blick auf ihre weltanschaulichen Implikationen. Er geht in seiner Arbeit insbesondere auf den sogenannten „New Atheism“ ein, einem in den letzten zwölf Jahren im angelsächsischen Sprachraum aufgekommenen, öffentlich bekennenden Atheismus. Die Dissertation ist eine literatur- bzw. kulturwissenschaftliche Arbeit und keine politologische Untersuchung aktueller Konflikte. Da sie jedoch von einem Literaturverständnis ausgeht, das die „Bedeutung“  jedes Textes als zutiefst verbunden mit seinen historischen Produktions- und Rezeptionsverhältnissen sieht, hat die Arbeit einen Gegenwartsbezug, der über den unmittelbaren fachlichen Kontext hinausgeht.
Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit versucht sich Johannes WALLY auch im Verfassen literarischer Texte. 2014 wurde sein Debut „Absprunghöhen“ – ein Sammelband von  Erzählungen – mit dem Literaturpreis der Steiermärkischen Sparkasse ausgezeichnet. Mit viel Sinn für Ironie erzählt der Anglist darin vom ganz alltäglichen Gelingen und Scheitern, von psychologischen Verstrickungen und ökonomischen Zwängen. Das literarische Schreiben steht für ihn in einer Wechselbeziehung zu seiner wissenschaftlichen Arbeit.  Seit mittlerweile fast eineinhalb Jahren ist WALLY nun Senior Lecturer am Institut für Anglistik der Karl-Franzens-Universität Graz. Immer wieder greift er Ideen, die er im Zuge seiner Forschungen entdeckt, auf und versuche sie literarisch zu verarbeiten. Wir sind schon gespannt, wo ihn sein Weg noch hinführen wird. Bisher hat er jedenfalls einen einerseits äußerst interessanten und andererseits auch äußerst erfolgreichen Pfad beschritten.