LH a.d. Josef Krainer, Obmann Gerald Schöpfer und Bischof Egon Kapellari mit den Krainer-PreisträgerInnen 2013
Foto: Fischer

Josef Krainer-Förderungspreis 2013

Mag. Dr. Paula ASCHAUER
Dipl.-Ing. Dr. Michael FISCHLSCHWEIGER
Mag. Dr. Victoria KUMAR
Senka LJUBOJEVIC, PhD
Mag. Dr. Florian MITTL
Mag. Dr. Erika PETRITZ, LL.M
Dipl.-Ing. Dr. Stefan POGATSCHER
Dipl.-Ing. Dr. Ferdinand RISSNER
MMMag. Dr. Silke RÜNGER

Josef Krainer-Würdigungspreis 2013

Privatdozent Dr. Georg Christoph HUTTERER

Großer Josef Krainer-Preis 2013

Firma Knapp AG
Dr. Eva ROSSMANN
Mag. Günther Zgubic


Ansprache des Obmannes
LR a.D. em.o.Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer
(15. März 2013)

Presse-Reaktionen

Josef Krainer-Förderungspreise 2013

Mag. Dr. Paula Aschauer (Rechtswissenschaften): Die gebürtige Berlinerin verfasste eine mit Auszeichnung bewertete Dissertation zum Thema „Whistleblowing und Corporate Governance - der mitbestimmte Börsengang?“. Im Zentrum stehen die Folgen von externem „whistle-blowing“ (das bedeutet Verpfeifen bzw. Verrat) wie Kündigung oder Entlassung unter Beachtung relevanter Rechtsmaterien. Die juristische Auseinandersetzung in Österreich darüber blieb zurück, inklusive der Betriebsratsmitbestimmung: Aschauer absolvierte Auslandsaufenthalte in der Schweiz und der österreichischen Außenhandelsstelle in Moskau. Di-sem Thema widmet sich auch Justizministerin Beatrix Karl.

Dipl.-Ing. Dr. Michael Fischlschweiger (Montanwissenschaften): Die Dissertation des Kunststofftechnikers behandelt „Modeling strategies for structural phase transformations in shape memory alloys and steels”. Er untersucht das Verhalten von Hochleistungswerkstoffen unter komplexen extremen Bedingungen. Speziell befasst er sich mit Formgedächtnislegierungen. Bekannte Anwendungen sind Dämpfungssysteme in der Luft- und Raumfahrt und Stents zur Therapie schwerer Durchblutungsstörungen bei bestimmten Herzerkrankungen und Blutgefäßverschlüssen in den Beinen.

Mag. Dr. Victoria Kumar (Geisteswissenschaften): Die in Hallein geborene Historikerin verfasste eine Dissertation über die „Auswanderung und Flucht steirischer Jüdinnen und Juden nach Palästina im Kontext der gesamtösterreichischen Alijah bis 1945“. Unter den rund 15.200 nach Palästina ausgewanderten Personen befanden sich zahlreiche jüdische Steirerinnen und Steirer. Derzeit arbeitet sie an einem vom Nationalfonds der Republik Österreich und vom Land Steiermark unterstützten Projekt über die Emigration, Flucht und Vertreibung österreichischer Jüdinnen und Juden nach Palästina in den 1930er und 1940er Jahren.

Senka Ljubojevic PhD (Medizin): Die gebürtige Serbin verfasste eine Dissertation zum Thema „Nucleo-to-cytoplasmic Ca2+ gradients in cardiomyocytes from failing mouse and human hearts“ mit Auszeichnung. Ziel der Arbeit war es, zu untersuchen, ob der Kalzium-Gehalt in Herzzellen von Patienten mit Herzinsuffizienz-Diagnose verändert ist. Sie erkannte, dass diese Veränderungen ihren Ursprung im Zellkern haben. Darauf basierend sollen neue innovative Behandlungsstrategien entwickelt werden.

Mag. Dr. Florian Mittl (Theologie): Nach dem Theologie- und Französisch-Studium befasste er sich mit der „Hoffnung als anthropologische Grundkategorie. Fundamentaltheologische Zugänge in Anlehnung an Gabriel Marcel“, einem französischer Literat und Philosoph. Erstrebenswert wäre für ihn eine Postdoc-Stelle in Graz oder Lyon, dann könnte er sich wieder seinen Forschungen über die deutsch- und französischsprachige Religionsphilosophie mit dem Schwerpunkt Theologie-Kultur-Ästhetik zuwenden.

Mag. Erika Petritz LL.M (Rechtswissenschaften): Das Spezialgebiet der Juristin ist Gesellschaftsrecht. Sie untersuchte unter dem Titel „Ringbeteiligungen von Aktiengesellschaften“ die Zulässigkeit wechselseitiger Beteiligungen. In Österreich ist darüber bislang wenig bekannt. Petritz klärte, ob Vollmachtstimmrechte von Banken und Beteiligungen von Verwaltungsgesellschaften die nach dem Investmentfondsgesetz bestehenden Bankaktiengesellschaften beeinflussen können.

Dipl.-Ing. Stefan Pogatscher (Montanwissenschaften): Pogatschers Fachbereich ist die Metallurgie. Seine Hauptarbeit hat die Wärmebehandlungen von Aluminium und anderer Metalle zum Inhalt. Vereinfacht gesagt, er entwickelte ein Verfahren, um Aluminium in einem viel geringeren Zeitraum als bisher entscheidend fester zu machen.

Dipl.-Ing. Dr. Ferdinand Rissner (Technische Wissenschaften): Er forscht am Institut für Festkörperphysik der TU Graz. Besondere Relevanz zeigt seine Arbeit für die Optimierung organischer Halbleiterbauelemente, das heißt organisch-elektronischer Bauteile, wie etwa Leuchtdioden, Solarzellen oder Transistoren.

MMMag. Dr. Silke Rünger (Sozial- und Wirtschaftswissenschaften): Sie ging in mehreren Studien der Frage nach, inwieweit Steuern bzw. Steuerreformen einen Einfluss auf die Unternehmerstrukturen von Kapitalgesellschaften haben. So konnte sie für eine Stichprobe europäischer Länder zeigen, dass die Bereitschaft sich an einer Kapitalgesellschaft zu beteiligen steigt, je geringer die steuerliche Belastung beim Verkauf von Anteilen an Kapitalgesellschaften ist.

Josef Krainer-Würdigungspreis 2013

Priv. Doz. Dr. Georg C. Hutterer (Medizin): Sein Forschungsschwerpunkt an der Medizinischen Universität Graz ist das Fachgebiet urologische Onkologie. Doz. Hutter konnte mit Pierre Karakiewicz, einem der weltweit führenden Forscher auf dem Gebiet der urologischen Onkologie, zusammenarbeiten. Forschungsschwerpunkt ist die Entwicklung von Prognosen über die Gefahr der Bildung von Metastasen bei Patienten mit Nierenzellkarzinom. Angesichts der hohen Gefahr der Metastasen-Bildungen, beschäftigt er sich mit Strategien, um anhand verschiedener Werte die Langzeitprognose chirurgisch therapierter Nierenzellkarzinom-Patienten besser vorherzusagen. Im Jahr 2010 wurde Hutterer Privatdozent mit Lehrbefugnis für Urologie.

Große Josef Krainer-Preise 2013

Knapp AG (Wirtschaft): Das Unternehmen mit Sitz in Hart bei Graz ist Weltmarkführer auf dem Gebiete der Lagerautomation und Lagerlogistik. Für Kunden aus den Sparten Mode, Pharmaindustrie, Tabak und anderen hält Knapp die wichtigsten Produkte zu umgehenden Versorgung bereit. Auch für Schuhe, Backwaren und Autobatterien werden Lastenaufzüge und Förderbänder gefertigt. Für ein großes Grazer Warenhaus baute Knapp einst einen großen Paternoster, der das Lager im Keller mit allen Stockwerken verband und die benötigten Waren in der jeweiligen Etage aussteuerte. Bereits 18 Niederlassungen und 14 Repräsentanzen umfasst das globale Netzwerk von Unternehmensstandorten der Knapp AG aktuell. Dabei erwirtschaften rund 2100 Mitarbeiter - 1400 davon sind im Headquarter in Hart bei Graz tätig - einen Jahresumsatz von 327 Millionen Euro (2011/12).

Dr. Eva Rossmann (Literatur und Journalismus): Ihre Berufskarriere startete sie beim ORF-Hörfunk, danach folgte eine Station bei der Neuen Zürcher Zeitung und von 1991 bis 1994 war Rossmann schließlich Leiterin der Wiener Redaktion der Oberösterreichischen Nachrichten. 1997 war sie dann Mitinitiatorin des österreichischen Frauenvolksbegehrens. Im Jahr 2000 wurde Dr. ROSSMANN als erste Frau vom Public Relations Verband Austria mit dem Titel „Kommunikatorin des Jahres“ ausgezeichnet. In letzter Zeit war sie besonders als Kriminalroman-Autorin und als Köchin aktiv. Im letzten Jahr erschien ihr 14. Mira-Valensky-Krimi mit dem Titel „Unter Strom“, in dem sich Ökoaktivisten und Energiekonzerne im Namen der Umwelt einen mörderischen Kampf liefern. Der 15. Band ist bereits in Vorbereitung. Seit dem Kriminalroman „Ausgekocht“ aus dem Jahr 2003 zeigt Eva Rossmann aber auch noch eine ganz andere Facette ihres Könnens. Es begann mit Recherchetätigkeiten für ihr Buch in der Küche von Manfred Buchingers Gasthaus „Zur Alten Schule" in Riedenthal bei Wolksersdorf. Es entwickelte sich eine völlig neue Leidenschaft.

Mag. Günther Zgubic (Soziales): Er ist Philosoph, Theologe mit dem Schwerpunkt Pastoralpsychologie und war er in der Missionsarbeit in Brasilien aktiv. Den Aufbau von Kindergärten, Gemeinschaftszentren und eines Menschenrechtszentrums ermöglichten steirische Solidaritätskreise, Pfarren und die Caritas. 1995 wechselte er zur Obdachlosenseelsorge der Steylermissionare in Sao Paulo. Dabei betreute er verschiedene Seelsorgeprojekte zur Beglei-tung von 7.500 Erwachsenen und 2.500 Straßenkindern. 1997 übergab er - mit Unterstützung von LH Josef Krainer - dem österreichischen Außenministerium eine Dokumentation zahlreicher Folteranzeigen aus Brasilien. Er konnte auch bei der UNO Hochkommissarin für Menschenrechte - Mary Robinson - vorsprechen. Dann war Günther Zgubic für die Vernetzung der Gefängnisseelsorge in ganz Lateinamerika tätig. 2006 gab es eine Gefängnis-Rebellion in São Paulo: Hunderttausende protestierten gegen unmenschliche Zustände. Omnibusse wurden niedergebrannt und sechs Millionen Menschen trauten sich drei Tage nicht zur Arbeit. Das Wirtschaftsleben stand still. Über 500 Menschen kamen ums Leben. Da gelang es Günther Zgubic, das Engagement der Kirche für Frieden und Versöhnung und zum Abbau der Gewalt herbeizuführen. Seit 2011 arbeitet Zugbic auch auf Wunsch von Bischof Egon Kapellari als Seelsorger in der Steiermark.

Quelle: Landespressedienst (März 2013)