JOSEF KRAINER
Landeshauptmann von Steiermark 1948 - 1971

 

Josef Krainer wurde am 16.2.1903 in St. Lorenzen/Scheifling geboren. Er besuchte in Mariahof und Kobenz die Volksschule und begann seinen beruflichen Werdegang als Land- später Forstarbeiter 1917 in der Obersteiermark. 1927 übersiedelte er als geschäftführender Obmann und hauptberuflicher Landessekretär des Verbandes der christlichen Arbeiter und Angestellten in der Land- und Forstwirtschaft nach Graz. 1928 heiratete er Josefa Sonnleitner, die ihm fünf Kinder schenkte, als Ältesten 1930 den Sohn Josef, der später von 1980 bis 1996 ebenfalls als Landeshauptmann von Steiermark wirkte.

1932 wurde Josef Krainer Sekretär der christlichen Bauarbeiter-gewerkschaft, geschäftsführender Obmann der Landwirtschaftskranken-kasse und Vizepräsident der Landarbeiterversicherungsanstalt. 1934 zog er als Abgeordneter in den Steiermärkischen Landtag ein, 1936 wurde er Präsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte in der Steiermark sowie Vizepräsident der Landwirtschaftskammer und 1937 Vizebürgermeister von Graz.

Im März 1938 wurde Josef Krainer von den Nationalsozialisten verhaftet und drei Wochen lang eingesperrt. 1940 erwarb er eine kleine Landwirtschaft und Ziegelei in Gasselsdorf in der Weststeiermark, tauchte 1945 als Knecht bei zwei Bauern unter, um der drohenden Verhaftung durch das untergehende NS-Regime zu entgehen, und wurde unmittelbar nach dem Krieg Bürgermeister von Gasselsdorf (1945-1950) und Landesrat (1945-1948). 1948 wurde er zum Landeshauptmann von Steiermark gewählt und blieb dies bis zu seinem plötzlichen Tod am 28.11.1971, als er bei einer Niederjagd in Allerheiligen/Wildon tot zusammenbrach.

Josef Krainer war von 1965 bis 1968 Mitglied des Bundesrates, Ehrensenator aller drei damaligen steirischen Hochschulen und Ehrendoktor der Rechtswissenschaften der Grazer Universität. Von 1965 bis 1971 war er Landesparteiobmann der Steirischen Volkspartei und von 1958 bis 1971 Mitglied des Bundesparteivorstandes der ÖVP.

Josef Krainer

Das erste Foto von Josef Krainer (rechts).
Foto: Krainer-Archiv